Eypeltauer kritisiert Millionen-Beschlüsse ohne Strategie

Mona HopfingerMona Hopfinger
Oberösterreichischer Landtag: Mann im Anzug spricht im Plenarsaal vor Mikrofonen
© oberoesterreich.neos.eu

Der oberösterreichische Landtag hat am 1. Oktober zwei kostspielige Entscheidungen getroffen: Die Übernahme des Flughafens Linz durch das Land und die Absicherung des Skigebiets Kasberg mit bis zu 17 Millionen Euro. NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer bemängelt fehlende Zukunftskonzepte.

Am 1. Oktober beschloss der oberösterreichische Landtag zwei Vorhaben mit erheblichen finanziellen Konsequenzen. Das Land Oberösterreich übernimmt den 50-Prozent-Anteil der Stadt am Flughafen Linz und sichert das Skigebiet Kasberg mit bis zu 17 Millionen Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Indexierung ab. Felix Eypeltauer, Landessprecher und Klubobmann der NEOS, stellt bei beiden Projekten die gleiche Frage: Welche langfristige Strategie rechtfertigt den Einsatz dieser öffentlichen Gelder?

Flughafen: Alleinige Eigentümerschaft ohne klare Perspektive

Mit der Übernahme der städtischen Anteile wird das Land zum alleinigen Eigentümer des Flughafens Linz. Die Landesregierung plant zwar, bis zu 49 Prozent an einen privaten Investor zu veräußern. Aus Sicht der NEOS fehlen jedoch zentrale Grundlagen: ein tragfähiges Geschäftsmodell, konkrete wirtschaftliche Zielvorgaben und ein verbindlicher Zeitrahmen.

Die finanziellen Dimensionen gehen weit über den Kaufpreis hinaus. Der Fortführungswert des Flughafens liegt bei minus 17,3 Millionen Euro. Für 2027 ist zusätzlicher Finanzierungsbedarf von bis zu fünf Millionen Euro eingeplant. Bis 2035 braucht das Unternehmen laut Landesrechnungshof bis zu 45 Millionen Euro zusätzliches Kapital. Hinzu kommen noch nicht bezifferte Kosten für die Pistensanierung und den Umgang mit PFAS. Die geplante Westbahn-Anbindung würde Investitionen von über einer halben Milliarde Euro nach sich ziehen.
Seit Langem tritt Eypeltauer dafür ein, Privateigentümer und unternehmerisches Know-how einzubinden. Scharfe Kritik übt er daran, dass das Land zunächst sämtliche Anteile und Risiken übernimmt, noch bevor eine konkrete Zukunftsstrategie vorliegt und ein privater Partner gefunden ist. „Aus zwei öffentlichen Eigentümern einen zu machen, ist noch keine Reform“, so Eypeltauer.

Kasberg: Millionen ohne Betriebskonzept

Auch beim Skigebiet Kasberg sieht der NEOS-Politiker erhebliche Lücken. Der Landtag hat einen Finanzierungsrahmen von bis zu 17 Millionen Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Indexierung für Übernahme und Betriebsabsicherung beschlossen. Ein langfristiges Betriebs- und Investitionskonzept liegt jedoch nicht vor.

Noch 2023 hatte Wirtschaftslandesrat Achleitner Investitionen des Landes in den Kasberg als volkswirtschaftlich nicht vertretbar eingestuft. Diesen Kurswechsel stellt Eypeltauer infrage und bringt ihn mit der Landtagswahl 2027 in Verbindung. „Das Land hatte zehn Jahre Zeit, ein Betriebskonzept und eine nachhaltige Zukunft für den Kasberg zustande zu bringen. Nichts davon liegt heute vor“, so seine Kritik.
Ausdrücklich anerkennt Eypeltauer den Einsatz der regionalen Initiative, die den Betrieb nach der Insolvenz 2023 am Laufen hielt. Den Menschen im Almtal schulde die Politik jedoch eine nachvollziehbare Perspektive. Weil ein langfristiges Konzept fehlt, bleibe offen, ob und unter welchen Voraussetzungen es nach dem kommenden Winter weitergehe.

Zentrale Frage: Wer trägt das Risiko?

Flughafen Linz und Kasberg erfüllen zwar unterschiedliche Funktionen, doch eines verbindet die beiden Vorhaben: Das Land übernimmt erhebliche finanzielle Verantwortung, während zentrale Fragen zur langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung ungeklärt bleiben.
Beim Flughafen drängt Eypeltauer auf einen transparenten Investorenprozess, klare wirtschaftliche Zielvorgaben und eine professionelle Neuaufstellung der Aufsicht. Beim Kasberg verlangt er ein tragfähiges Betriebskonzept, realistische Kostenprognosen und Planungssicherheit für die Region. Für ihn stellt sich in beiden Fällen dieselbe Kernfrage: Wie lässt sich verhindern, dass eine kurzfristige Absicherung zur dauerhaften finanziellen Belastung ohne klare Perspektive wird?

Quelle: https://oberoesterreich.neos.eu/aktuelles/blog/2026/10/teure-landtagssitzung-millionen-fuer-flughafen-und-kasberg-ohne-langfristige-konzepte

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