FAIRing verankert Handwerk dauerhaft in Schulen
Drei steirische Gemeinden und acht Bildungseinrichtungen haben ein gemeinsames Manifest unterzeichnet. Handwerk soll künftig fixer Bestandteil des Bildungsalltags werden – von Kindergärten bis zu Fachschulen.
Fehring, Kapfenstein und Unterlamm wollen praktische Fähigkeiten und regionales Wissen systematisch in die Bildungsarbeit integrieren. Bürgermeister und Schuldirektoren der Region haben dafür das „Manifest Gestaltungsraum FAIRing“ unterzeichnet.
Johann Winkelmeier, Bürgermeister von Fehring, sieht darin mehr als eine Berufsorientierung: „Das Manifest ist Ausdruck eines gemeinsamen Bekenntnisses zum Handwerk in einem einzigartigen Lebensraum“, so Winkelmeier. Handwerk sei Teil einer umfassenden Persönlichkeitsbildung.
Kinder und Jugendliche sollen Materialien kennenlernen, eigene Talente entdecken und erleben, dass sie mit den Händen Sinnvolles schaffen können. Planen, ausprobieren, Fehler machen und verbessern stärke Kreativität und Selbstwirksamkeit.
Handwerkskisten und Betriebsbesuche geplant
Die Bildungseinrichtungen verstehen sich als Zukunftsschmieden. Handwerkliche Bildung soll regelmäßig stattfinden, nicht nur in Einzelprojekten. Vorgesehen sind altersgerechte Handwerkskisten mit Handbüchern, Aufgabenstellungen, Begegnungen mit regionalen Betrieben und handwerkliche Lernanlässe in verschiedenen Unterrichtsfächern.
Jüngere Kinder sollen angreifen, erleben, ordnen und bauen. Ältere beschäftigen sich mit Messen, Geometrie, Konstruktion, Statik und Problemlösung. Auf scharfe oder spitze Werkzeuge wird verzichtet.
Region als Lernraum nutzen
FAIRing verfügt über eine ungewöhnlich hohe Dichte an Handwerksbetrieben, besondere Produkte und gewachsenes Wissen. Dieses Potenzial soll stärker in Kindergärten und Schulen einfließen.
Kinder und Jugendliche sollen erfahren, welche Materialien und Produkte aus der Region stammen, welche Berufe es vor Ort gibt und welche Ausbildungsmöglichkeiten offenstehen. So entstehe eine stärkere Verbindung zwischen Bildung, Wirtschaft und Lebensraum.
Zugleich vermittle Handwerk bewussten Umgang mit Ressourcen. Reparieren, Pflegen und Weiterverwenden mache den Wert von Dingen begreifbar und fördere Eigenverantwortung.
Ziel: Österreichs Handwerksregion Nummer eins
Das gemeinsame Ziel lautet: Jedes Kind in FAIRing soll Handwerk kennenlernen, praktisch erleben und eigene Fähigkeiten entdecken können.
Landtagsabgeordneter Franz Fartek betont einen pragmatischen Weg: „Wir müssen uns in der Verwirklichung des Manifestes nicht überschlagen. Vieles passiert in der Handwerksbildung ohnedies bereits und vor allem sehr qualitätsvoll. Wir dürfen das gemeinsame Ziel, nämlich die Handwerksregion Österreichs werden zu wollen, jedoch nicht aus den Augen verlieren.“ Das Manifest sei in jeder Schule der Region sichtbares Zeichen dieser Vision.
Das Manifest bringt die Vision auf einen Satz: „Mein Lebensraum, Schulstandort und Gestaltungsraum heißt FAIRing.“
Unterzeichnet haben die Bürgermeister Johann Winkelmeier (Fehring), Ferdinand Gross (Kapfenstein) und Robert Hammer (Unterlamm) sowie die Direktionen von acht Bildungseinrichtungen: Land- und forstwirtschaftliche Fachschule Hatzendorf, Fachschule Schloss Stein – St. Martin, Mittelschule Fehring sowie die Volksschulen Fehring, Hatzendorf, Hohenbrugg, Kapfenstein und Unterlamm.
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