Familienunternehmen Schimscha setzt auf TRUMPF-Technologie

Der Sondergehäuse- und Schaltschrankbauer Schimscha aus Baden-Württemberg kombiniert Tradition mit modernster Fertigungstechnik. Das Familienunternehmen mit 130-jähriger Geschichte beschäftigt 170 Mitarbeiter und bereitet die fünfte Generation auf die Nachfolge vor.
Bei der Schimscha GmbH in Ravenstein beginnt jeder Arbeitstag mit einem gemeinsamen Frühstück. Drei Generationen der Unternehmerfamilie treffen sich bei Hedwig Schimscha, um den Tag zu besprechen. Die 85-Jährige versammelt täglich die gesamte Geschäftsführung sowie die künftigen Nachfolger an ihrem Tisch.
„Bei meiner Oma findet das erste Shopfloor-Meeting des Tags statt“, erklärt Katrin Schimscha (29). Auch zum Mittagessen komme die Familie dort wieder zusammen. Der Tisch sei fester Treffpunkt für Austausch und strategische Entscheidungen.
Individuelle Lösungen statt Standardware
Das Unternehmen fertigt Schaltschränke, Leergehäuse, Pulte und Maschinengestelle nach individuellen Kundenanforderungen. Standardprodukte gibt es nicht. Die Firma entwickelt maßgeschneiderte Lösungen aus Edelstahl, Stahlblech und Aluminium.
Während viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck stehen, ist Schimscha gut ausgelastet. Das Unternehmen führt dies auf seine Spezialisierung zurück. Durch das reine Sonderlösungsgeschäft und die breite Aufstellung in verschiedenen Branchen sei man widerstandsfähiger gegenüber Schwankungen. Zu den Abnehmern zählen der Lebensmittel- und Pharmabereich, erneuerbare Energien sowie die Automatisierungstechnik.
Fünfte Generation bringt frischen Wind
Aus dem einstigen Ein-Mann-Betrieb ist ein erfolgreicher Mittelständler mit 170 Beschäftigten geworden. Mit Katrin Schimscha, ihrem Bruder Dominik, ihrem Cousin Jan und dessen Schwester Lilli-Sophie steht die fünfte Generation in den Startlöchern.
Der Generationenwechsel bedeute für Vater Michael und Onkel Johannes, bewusst loszulassen und dem Nachwuchs Freiräume zu geben. Die junge Generation müsse dieses Vertrauen annehmen, die Tradition wertschätzen und das Unternehmen zugleich mit neuen Ideen weiterentwickeln, so Katrin Schimscha.
Kontinuierliche Investitionen in Technologie
Um zukunftsfähig zu bleiben, investiert der Betrieb kontinuierlich – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen“, betont Katrin Schimscha. Nur durch moderne Technologien und Strukturen könne man die Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Das Unternehmen kauft seine Maschinen ausschließlich bei TRUMPF. Bereits der 86-jährige Großvater habe vom Handnibbler des Herstellers geschwärmt. Heute kommen hochmoderne TruMatic Stanz-Laser-Maschinen zum Einsatz, die umformen, Gewinde schneiden, stanzen und lasern können.
Das Bündeln der Arbeitsschritte reduziere die Durchlaufzeiten und erhöhe die Produktivität. Gerade im Sondergehäusebau mit häufig wechselnden Aufträgen ermögliche dies eine wirtschaftliche Fertigung individueller Anforderungen.
Automatisierung und manuelle Fertigung kombiniert
Zum Maschinenpark gehören zwei TruMatic 7000, eine TruMatic 6000, eine automatisierte Biegezelle TruBend Cell 5000 sowie eine automatisierte Laserschweißanlage TruLaser Robot 5020. Außerdem sind zahlreiche Biegemaschinen im Einsatz, darunter drei TruBend 5230 mit automatischem Werkzeugwechsler ToolMaster Pro.
Automatisierung sei insbesondere bei größeren Stückzahlen entscheidend. Ohne automatisierte Prozesse durch Abkant- oder Schweißroboter wäre eine wirtschaftliche Produktion im Hochlohnland Deutschland in vielen Bereichen kaum noch möglich, erklärt Katrin Schimscha. Zudem machten sie die Prozesse stabiler und planbarer.
Das Unternehmen verfolgt bewusst zwei Fertigungswege: automatisierte Prozesse für größere Stückzahlen und manuelle Fertigung für individuelle Lösungen bis zur Losgröße 1. So verbinde man Effizienz mit der Flexibilität, die der Sondergehäusebau erfordere.
Qualität als Grundprinzip
Die Qualität spiele bereits bei der Wahl der Maschinen eine entscheidende Rolle. Die eingesetzte Technologie sei die Grundlage für die eigene Produktqualität. Es gehe nicht nur um die Anlage selbst, sondern um das Gesamtpaket: Werkzeuge, Prozesssicherheit, Servicequalität und schnelle Unterstützung bei Problemen.
Als Erfolgsrezept nennt Katrin Schimscha den Zusammenhalt und die Schaffer-Mentalität. Bei Schimscha arbeite man eng zusammen und ziehe an einem Strang. Die 85-jährige Seniorchefin versorge die Familie nicht nur mit Essen, sondern backe für Kundenbesuche auch Kuchen. Am Abend drehe sie noch ihre Runde über das rund 23.000 Quadratmeter große Firmengelände, schließe die Werkstore ab und mache das Licht aus.
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