Feldkirch schließt Ganztageskindergarten Tisis

Mathias FischerMathias Fischer
Schule in Österreich mit Spielplatz und Bäumen im Grünen
© Lisa Mathis

Die Stadt Feldkirch beendet mit Ende des Betreuungsjahres 2026/27 den Betrieb des Ganztageskindergartens Tisis. Die zwei städtischen Gruppen mit 36 Kindern werden geschlossen, alle betroffenen Familien erhalten Plätze in anderen städtischen Einrichtungen.

Der Ganztageskindergarten Tisis in der Blasenberggasse wird mit Ablauf des Betreuungsjahres 2026/27 geschlossen. Betroffen sind die beiden städtischen Gruppen, in denen derzeit 36 Kinder betreut werden. Die zwei Gruppen des Praxiskindergartens der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) am selben Standort bleiben bestehen.

Die Entscheidung begründet die Stadt mit der Anpassung an die demografische Entwicklung und dem Ausbau der eigenen Betreuungsinfrastruktur. Für alle betroffenen Kinder werde ein Platz in einer städtischen Einrichtung bereitgestellt, heißt es aus dem Rathaus.

Ausbau der städtischen Infrastruktur

In den vergangenen Jahren hat Feldkirch sein Netz an eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen deutlich erweitert. Neue Standorte in Nofels, Altenstadt und Levis, die Erweiterung des Kindergartens Riedteilweg sowie das Kinderhaus Josefgasse sind bereits in Betrieb. Nach der Schließung in Tisis betreibt die Stadt noch 19 Kinderbetreuungseinrichtungen mit insgesamt 50 Gruppen.

„Die Stadt Feldkirch hat seit 2022 massiv in eigene Kinderbetreuungsinfrastruktur investiert. Das war eine bewusste Entscheidung: Wir wollen langfristig stabile, qualitativ hochwertige Angebote aus eigenem Bestand sichern“, erklärt Bürgermeister Manfred Rädler. Mit der Schließung werde ein konsequenter Schritt gesetzt: „Wir bündeln unsere Ressourcen dort, wo wir die besten Bedingungen für Kinder und Familien bieten können.“

Rückgang der Kinderzahlen erwartet

Die aktuellen Prognosen zeigen für die kommenden Jahre einen spürbaren Rückgang bei den Kindern im Kindergartenalter. Der Standort in Tisis gehört mit zwei Gruppen und 36 betreuten Kindern zu den kleinsten städtischen Einrichtungen. Größere Häuser böten mehr Möglichkeiten für flexiblen Personaleinsatz, unterschiedliche pädagogische Angebote und eine bessere Nutzung der Infrastruktur.

„Unsere Familien verdienen Einrichtungen, in denen pädagogisch optimale Bedingungen herrschen, mit ausreichend Personal, guten Räumlichkeiten und einem vielfältigen Angebot“, sagt Sandra Miller-Marte, Leiterin der Abteilung Kinder, Schulen, Sport. Kleine Standorte mit sinkender Auslastung könnten diese Standards langfristig schwerer aufrechterhalten als größere Häuser.

Übergang wird begleitet

Kurzfristig kann es notwendig sein, dass einzelne Familien auf Einrichtungen in benachbarten Stadtteilen ausweichen müssen. Die Stadt will den Übergang aktiv begleiten und die Familien bei der Suche nach einer passenden Einrichtung individuell unterstützen. Mittelfristig sollen entsprechend der demografischen Entwicklung auch in unmittelbarer Nähe zu Tisis ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen.

„Wir lassen keine Familie allein. Jedes Kind bekommt einen Platz, und wir unterstützen die Familien bei diesem Übergang“, betont Bildungsstadträtin Andrea Zelger. Sie ist überzeugt, dass die aufnehmenden Einrichtungen ebenfalls gute Bedingungen bieten und die Kinder dort rasch Anschluss finden werden.

Personal wird weiterbeschäftigt

Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ganztageskindergartens Tisis ist die weitere Beschäftigung gesichert. Das pädagogische Personal wird vollständig in anderen städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen weiterbeschäftigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden frühzeitig über die weiteren Schritte informiert und in den Übergang eingebunden.

Die betroffenen Familien wurden bereits direkt kontaktiert. Für den Übergang sind ein Elterninformationsabend, individuelle Beratungsgespräche zur Auswahl der neuen Einrichtung sowie ein Schnuppertermin in den aufnehmenden Kindergärten vorgesehen. Ab Februar 2027 können sich die betroffenen Familien für die neuen Plätze anmelden.

Quelle: https://www.feldkirch.at/rathaus/aktuell/news/detail/stadt-feldkirch-passt-betreuungsangebot-an-demografische-entwicklung-an

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