Feldkirch setzt auf ganzheitliche Quartiersentwicklung

Mathias FischerMathias Fischer
Busse auf einem modernen Parkplatz mit begrünten Wartehäuschen in Österreich
© Future Bauart

Die Vorarlberger Stadt Feldkirch entwickelt größere Flächen nicht isoliert, sondern nach einem Gesamtkonzept. Die Bahnhofcity zeigt, wie aus langfristiger Planung ein funktionierendes Stadtquartier entsteht.

Bei der Entwicklung größerer Flächen verfolgt Feldkirch einen ganzheitlichen Ansatz. Neue Quartiere sollen sich in die bestehende Stadt einfügen, langfristig funktionieren und einen Mehrwert für das gesamte Umfeld schaffen. Dieses Prinzip ist im Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) 2019 verankert.

Zusammenhängende Entwicklungs- und Bauflächenreserven werden gesamthaft geplant und bei Bedarf schrittweise umgesetzt. Besonderer Wert wird auf städtebauliche Qualität gelegt. Die Stadt nutzt dafür verschiedene Verfahren, etwa die Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat für architektonische und städtebauliche Fragen, kooperative Verfahren, Bauträgerwettbewerbe oder städtebauliche Ideenwettbewerbe. Diese Anforderungen gelten für öffentliche wie private Flächen.

„Bei größeren Arealen geht es um weit mehr als einzelne Gebäude. Entscheidend ist, wie Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Freiräume zusammenspielen und wie sich ein neues Quartier in die bestehende Stadt einfügt“, erklärt Bürgermeister Manfred Rädler. Deshalb brauche es frühzeitig eine klare Vorstellung davon, wie sich ein Gebiet langfristig entwickeln soll.

Bahnhofcity als Vorzeigeprojekt

Die Bahnhofcity Feldkirch zeigt, wie dieser Ansatz konkret funktioniert. Ihre Entwicklung begann bereits vor mehr als 20 Jahren. Die Stadt kaufte damals gezielt Brach- und Bauflächen rund um den Bahnhof und schuf damit die Voraussetzung, das Gebiet später als zusammenhängendes Quartier zu entwickeln.

Ein städtebaulicher Wettbewerb legte die grundlegende Struktur des Areals fest. Darauf aufbauend wurden 2007 und 2017 die entsprechenden Bebauungspläne beschlossen. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Feldkirch, den ÖBB und der FB Future Bauart Immobilien GmbH.

Entstanden ist ein multifunktionales Stadtquartier, das die zentrale Mobilitätsdrehscheibe Feldkirchs mit Wohnraum sowie Geschäfts- und Dienstleistungsflächen verbindet. Gleichzeitig wurde ein zuvor teilweise brachliegendes innerstädtisches Areal neu genutzt und aufgewertet. Am 26. April 2023 wurde die Bahnhofcity offiziell eröffnet.

Auszeichnung für Innenentwicklung

Der langfristige Umgang mit Flächen wurde auch überregional gewürdigt. Beim LandLuft Baukulturgemeinde-Preis 2021 zeichnete die Jury Feldkirch unter anderem für die konsequente Innenentwicklung, die aktive Bodenpolitik und den Vorrang der Entwicklung bestehender Areale gegenüber Projekten auf der grünen Wiese aus.

Planungsstadtrat Thomas Spalt ist überzeugt: „Stadtentwicklung braucht einen langen Atem. Durch eine vorausschauende Bodenpolitik und klare Qualitätsziele können aus einzelnen Flächen Schritt für Schritt neue Quartiere entstehen.“

Quelle: https://www.feldkirch.at/rathaus/aktuell/news/detail/quartiersentwicklung-mit-konzept-1

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