Ferdinand Fromm mit 103 Jahren in Mooskirchen verstorben

Pia ProdingerPia Prodinger
Feuerwehrkameraden tragen Sarg mit Blumen in Österreich
© Erwin Wutte

Der älteste Einwohner der Marktgemeinde Mooskirchen ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Ferdinand Fromm war über 80 Jahre Mitglied des Österreichischen Kameradschaftsbundes und wurde unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

Erst vor wenigen Monaten hatte Bürgermeister Peter Fließer dem Jubilar gemeinsam mit Vertretern des Österreichischen Kameradschaftsbundes zum 103. Geburtstag gratuliert. Dabei wurde auch seine mehr als 80-jährige Mitgliedschaft beim ÖKB gewürdigt. Nun ist Ferdinand Fromm im 104. Lebensjahr gestorben.

Zahlreiche Mitglieder des Kameradschaftsbundes, der Freiwilligen Feuerwehr Mooskirchen, Bürgermeister Peter Fließer sowie Angehörige und Wegbegleiter nahmen Abschied von einem Mann, dessen Leben von Arbeit, Pflichterfüllung und Kameradschaft geprägt war.

Trauerfeier mit militärischen Ehren

Das Requiem zelebrierte Provisor Mag. Wolfgang Pristavec. Die Trauerrede hielt Altbürgermeister Engelbert Huber, der die wichtigsten Lebensabschnitte des Verstorbenen nachzeichnete.

Im Anschluss an das Requiem geleiteten die Bauernkapelle, 32 Kameradinnen und Kameraden des ÖKB sowie Mitglieder der Feuerwehr den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Nach der Einsegnung und der Übergabe des Sarges verabschiedete sich ÖKB-Obmann Walter Hojas mit Worten des Dankes und der Anerkennung von seinem langjährigen Kameraden.

Vom Kriegsgefangenen zum geschätzten Landwirt

Ferdinand Fromm kam während des Krieges erstmals in Afrika an die Front. Wegen einer akuten Blinddarmentzündung wurde er zur Operation nach Brindisi ausgeflogen, die Rehabilitation verbrachte er in Dänemark. Später geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, die ihn nach Frankreich führte. Dort musste er unter schwierigsten Bedingungen schwere Arbeit im Kanalbau leisten. Nach seiner Entlassung trat er wie viele andere Kriegsgefangene den langen Weg in die Heimat zu Fuß an.

Zurück in Mooskirchen widmete er sich mit großer Tatkraft der Landwirtschaft. Jahrzehntelang war er als Eberhalter für zahlreiche Landwirte eine wichtige Ansprechperson und leistete einen besonderen Beitrag zur Schweinezucht in der Region. Darüber hinaus war Ferdinand Fromm ein versierter Fahrradmechaniker. Auch die Fahrräder der damaligen Gendarmeriebeamten wurden von ihm fachkundig betreut. Beim Geburtstagsbesuch erzählte er mit einem Schmunzeln, dass ihm diese gute Bekanntschaft bei der einen oder anderen Verkehrsübertretung gelegentlich zugutekam.

Drei Böllerschüsse erwiesen Ferdinand Fromm die höchste militärische und kameradschaftliche Ehre. Mit dem Lied „Der gute Kamerad“, dessen Text Ludwig Uhland im Jahr 1809 verfasste und Friedrich Silcher 1825 vertonte, nahmen die angetretenen Formationen Abschied.

Quelle: https://www.mooskirchen.at/ferdinand-fromm-im-104-lebensjahr-verstorben

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