Festival in Freistadt zeigt 56 Filme zum Thema Heimat

In Freistadt läuft das Festival „Der neue Heimatfilm“ mit 56 Produktionen aus 36 Ländern. Festivalgründer Wolfgang Steininger präsentiert Dokumentar- und Spielfilme, die sich mit gesellschaftlichen Realitäten auseinandersetzen, so der ORF.
Das Festival widmet sich der Frage, was Heimat bedeuten kann – als Ort, als Sprache, als Erinnerung oder als Zugehörigkeitsgefühl. Die gezeigten Produktionen richten den Blick darauf, was geschieht, wenn sich Lebenswelten wandeln oder Menschen ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen.
Das Programm umfasst Dokumentarfilme und Spielfilme von etablierten Filmschaffenden und neuen Stimmen. Heimat wird dabei nicht nur als geografische Herkunft verstanden, sondern auch als sozialer und persönlicher Erfahrungsraum, der von Erinnerung, Identität und Veränderung geprägt ist.
Ruth Beckermann wird gewürdigt
Eine besondere Würdigung erhält heuer die Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann, die zur Eröffnung anwesend war. Sie zählt zu den prägenden Stimmen des österreichischen Dokumentarfilms und verbindet in ihren Arbeiten persönliche Geschichten mit gesellschaftlicher und politischer Beobachtung.
In Freistadt werden ihre Filme „Die papierne Brücke“, „Jenseits des Krieges“ und „American Passages“ gezeigt. Auch die neue Produktion „Wax & Gold“ ist zu sehen, in der Beckermann eine Parabel über Macht und deren sichtbare wie verborgene Spuren erzählt.
Christopher Schärf präsentiert „Bärenjagen“
Christopher Schärf kam ebenfalls zur Festival-Eröffnung. Der 47-Jährige ist aus Produktionen wie „Braunschlag“ und „Einer von uns“ bekannt, für den er mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Er präsentierte den Film „Bärenjagen“ unter der Regie des deutschen Filmemachers Peter Meister.
Die schwarze Komödie erzählt von einer absurden Bärenjagd im Jahr 1834, die zum Spiegel gesellschaftlicher Ängste wird. Der Film thematisiert Gerüchte, Gier und die politische Instrumentalisierung eines vermeintlichen Feindes und steht exemplarisch für die stilistische Bandbreite des Programms.
Fünf Tage Kino und Begegnung
Für fünf Tage wird Freistadt zum Ort für filmische Entdeckungen und kulturpolitische Fragen. Das Festival bietet einen Raum für Begegnung zwischen Publikum und Filmschaffenden, zwischen etablierten Namen und Nachwuchs sowie zwischen unterschiedlichen Vorstellungen davon, wo und wie man sich zu Hause fühlen kann.
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