Festspiele: Nur 2,3 Prozent Werke von Frauen

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine „Festspiel Academy“ in Salzburg widmet sich am 15. und 16. August der geringen Präsenz von Autorinnen und Komponistinnen bei den Salzburger Festspielen. Seit 1920 stammen nur 2,3 Prozent der aufgeführten Werke von Frauen.

Das Elfriede Jelinek-Forschungszentrum organisiert anlässlich der Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück „Unter Tieren“ eine zweitägige Veranstaltung. Die „Festspiel Academy“ trägt den Titel „FRAUEN*.FESTSPIEL.PRÄSENZ. Autorinnen und Komponistinnen“ und findet am 15. und 16. August statt.

Nach Angaben des Interuniversitären Forschungsnetzwerks Elfriede Jelinek wurden zwischen 1920 und 2026 bei den Salzburger Festspielen lediglich 2,3 Prozent der Werke von Frauen aufgeführt. Die interdisziplinäre Veranstaltung des Forschungszentrums, der Universität Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg untersucht die Ursachen dieser niedrigen Quote.

Kanonbildung und Machtstrukturen im Fokus

Die Academy beschäftigt sich mit Fragen der Kanonbildung, Programmpolitik, Machtstrukturen und kulturpolitischen Rahmenbedingungen. Dabei soll beleuchtet werden, warum Komponistinnen und Autorinnen in der Festspielgeschichte so stark unterrepräsentiert sind.

Am Samstag diskutieren unter anderem Komponist Johannes Maria Staud und Regisseurin Amélie Niermeyer über grundsätzliche und historische Aspekte. Am Nachmittag steht das Thema „Elfriede Jelinek und die Salzburger Festspiele“ im Mittelpunkt.

Prominente Stimmen zu Konflikten und Zukunft

Brigitte Landes und Jossi Wieler äußern sich in Video-Statements. Christa Gürtler, Margarete Lamb-Faffelberger und die langjährige Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler erinnern an Konflikte und Skandale.

Am Sonntag sprechen Festwochen-Chef Milo Rau (per Video), Galerist Thaddaeus Ropac und Christian Kircher, ehemaliger Geschäftsführer der Bundestheater-Holding und aktuell Mitglied der Findungskommission für die künftige Festspiel-Spitze, über Zukunftsideen für die Festspiele.

Prolog zur Uraufführung in Hallein

Am Sonntagnachmittag findet in Hallein ein „Prolog“ zur Uraufführung statt. Regisseur Nicolas Stemann spricht über seine Annäherungen an Elfriede Jelinek. Journalistin Margarete Affenzeller, Alexandra Althoff, Leiterin des Reinhardt-Seminars, und Autorin Julya Rabinowich diskutieren über „Festspielprogrammatik und Frauen*Präsenz“. Die Moderation übernimmt Forschungsnetzwerk-Leiterin Pia Janke.

Die Veranstaltung findet an drei Orten statt: in der Bibliotheksaula der Universität Salzburg, im Konzertsaal Schloss Frohnburg und im Stadtkino & Theater Hallein. Der Eintritt ist frei. Beginn ist jeweils um 10 Uhr.

Quelle: APA

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