Festspielhaus-Sanierung sorgt für Debatte im Landtag
Die Finanzierung der Salzburger Festspiele steht im Mittelpunkt einer Aktuellen Stunde im Salzburger Landtag. KPÖ PLUS hat das Thema „Kostenexplosion bei den Festspielen – Ist eine halbe Milliarde nicht genug?“ eingebracht.
Die Plenarsitzung des Salzburger Landtags am Donnerstag im Chiemseehof widmet sich den Kosten der Festspielhaus-Sanierung. Die fünf im Landtag vertretenen Fraktionen haben im Vorfeld ihre Positionen dargelegt.
Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP) betont die Bedeutung der Festspiele als Kulturinstitution von Weltrang. Sie seien für den Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsstandort unverzichtbar und würden hunderte Arbeitsplätze sichern. Die ÖVP bekenne sich auch in budgetär schwierigen Zeiten zu den Festspielen, da Steuergelder sorgsam eingesetzt würden und durch die Umwegrentabilität jeder investierte Euro um ein Vielfaches zurückkomme.
Andreas Teufl (FPÖ), Zweiter Landtagspräsident, fordert volle Kostentransparenz und verbindliche Obergrenzen. Das Projekt werde mit Steuergeld finanziert, das auch für Familien, leistbares Wohnen, Pflege und Sicherheit benötigt werde. Ein Jahrhundertprojekt dürfe kein Freibrief für Kostensteigerungen sein.
SPÖ sieht Neubau als alternativlos
Bettina Brandauer (SPÖ) bezeichnet die Sanierung des Großen Festspielhauses und den Neubau des Werkstättengebäudes als alternativlos. Im Mittelpunkt stünden der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Brandschutz und bessere Arbeitsbedingungen. Bislang seien die budgetierten Gesamtkosten eingehalten worden. Die Umsetzung müsse auf Grundlage von Kostendisziplin, Transparenz und klarer Kontrolle erfolgen.
Nathalie Hangöbl (KPÖ PLUS) kritisiert das Projekt als „Fass ohne Boden“. Ursprünglich seien 263 Millionen Euro veranschlagt gewesen, aktuell koste die Sanierung eine halbe Milliarde Euro, laut Rechnungshof sogar bis zu 635 Millionen Euro. Die Landesregierung habe sich von Beginn an für die zweitteuerste von sieben Varianten entschieden. Sie fordert von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler eine Garantie, dass kein Cent zusätzlich ausgegeben werde.
Grüne verweisen auf Steuerleistung der Festspiele
Simon Heilig-Hofbauer (Grüne) verlangt die Einhaltung der beschlossenen Kostenrahmen und Preisdeckel. Ein zweckmäßiger und sparsamer Zugang sei auch bei der Ersatzspielstätte notwendig. Kurz vor Baubeginn könne nicht gestoppt und neu geplant werden, das würde das Projekt um Jahre verzögern und um Millionen verteuern. Die Festspiele würden jedes Jahr in nur sieben Wochen fast 100 Millionen Euro an Steuern und Abgaben leisten. Für die öffentliche Hand rentiere sich die Investition daher bereits nach wenigen Jahren.
Die Spielstätten der Festspiele beherbergen auch zahlreiche andere Kulturinstitutionen und gelten als wichtiger Wirtschaftsmotor für die Region.
Quelle: https://www.nussdorf.at/Aktuelle_Stunde_zu_Festspiel-Finanzen
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