Feuerbestattungen nehmen stark zu – Friedhöfe im Wandel

Mathias FischerMathias Fischer
Zunahme Feuerbestattungen, Urne in Nische, steigender Graph, Wien
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Bestattungskultur in Österreich verändert sich grundlegend. Immer mehr Menschen wählen die Feuerbestattung, was Gemeinden und Friedhofsverwaltungen vor neue Herausforderungen stellt. Moderne Urnensysteme sollen Antworten auf den steigenden Bedarf liefern.

Rund um Allerheiligen wird ein tiefgreifender Wandel auf Österreichs Friedhöfen sichtbar: Die klassische Erdbestattung verliert an Bedeutung, während sich immer mehr Menschen für eine Feuerbestattung entscheiden. Diese Entwicklung stellt Gemeinden und Friedhofsverwaltungen vor die Frage, wie Friedhöfe künftig gestaltet werden müssen.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend in Niederösterreich: Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil der Feuerbestattungen von rund zehn auf etwa 35 Prozent gestiegen. In Wien erhöhte sich der Anteil zwischen 2014 und 2024 um rund elf Prozent und liegt mittlerweile bei etwa 40 Prozent.

Platzsparende Lösungen gefragt

Als Antwort auf die veränderte Nachfrage setzen Gemeinden zunehmend auf moderne Urnensysteme. Urnenwände, kommunale Urnensäulen und individuell gestaltete Urnengedenkstätten ermöglichen eine effiziente Nutzung vorhandener Friedhofsflächen und schaffen gleichzeitig zeitgemäße Orte des Erinnerns.

Ralf Riffert, Inhaber von Stone Lounge in Schwechat, erklärt: „Die Wünsche der Menschen verändern sich – und damit verändern sich auch unsere Friedhöfe. Für Gemeinden geht es heute darum, pietätvolle Lösungen zu schaffen, die gleichzeitig langfristig leistbar, platzsparend und pflegeleicht sind.“

Besonders für Kommunen mit angespannten Budgets spielt der laufende Aufwand eine wichtige Rolle. Großflächige Urnenwände können zahlreiche Urnen auf vergleichsweise kleiner Fläche aufnehmen und verursachen nur geringen Pflegeaufwand. Kommunale Urnensäulen verfügen über vier voneinander getrennte Familiennischen und können je nach örtlichen Gegebenheiten einzeln oder als Teil einer größeren Anlage eingesetzt werden.

Bestehende Flächen neu nutzen

Der Wandel eröffnet Gemeinden neue Möglichkeiten bei der Nutzung bestehender Flächen. Nicht mehr benötigte Bereiche früherer Erdgräber können schrittweise für neue Urnengedenkstätten verwendet werden. Damit lässt sich das Bestattungsangebot erweitern, ohne zusätzliche große Friedhofsflächen erschließen zu müssen.

„Es geht nicht darum, den traditionellen Friedhof zu verdrängen. Es geht darum, ihn behutsam weiterzuentwickeln“, betont Riffert. Jeder Friedhof sei anders, deshalb würden Lösungen gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort entwickelt, die zum vorhandenen Platz, zum Charakter des Friedhofs und zum tatsächlichen Bedarf der Gemeinde passen.

Langfristige Planung wird wichtiger

Gerade Allerheiligen zeigt, welche zentrale Bedeutung Friedhöfe weiterhin als Orte des Erinnerns und Gedenkens haben. Gleichzeitig verändern sich die Vorstellungen davon, wie diese Orte in Zukunft aussehen sollen.

Für Gemeinden wird es daher zunehmend wichtig, langfristig zu planen: Welche Bestattungsformen werden künftig benötigt? Wie kann bestehender Raum sinnvoll genutzt werden? Und wie können würdige Gedenkorte geschaffen werden, die auch wirtschaftlich und organisatorisch dauerhaft tragbar bleiben?

Stone Lounge mit Sitz in Schwechat berät Gemeinden in ganz Österreich bei der Planung und Umsetzung von Urnenwänden, kommunalen Urnensäulen und individuellen Urnenanlagen.

Quelle: OTS

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