Feuersbrunst in Traun: Anklage nach Silvesterbrand

Weil seine Rakete in der Silvesternacht ein Wohnhaus in Flammen setzte, muss sich ein 23-Jähriger am 18. November vor dem Bezirksgericht Traun verantworten. Der Schaden beläuft sich auf knapp 2,9 Millionen Euro.
Ein 23-Jähriger steht wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, beim Jahreswechsel 2025/2026 mit einer Silvesterrakete einen Wohnblock in Traun (Bezirk Linz-Land) in Brand gesteckt zu haben. Die Verhandlung findet am 18. November am Bezirksgericht Traun statt. Drohen könnte ihm eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe von maximal 720 Tagessätzen.
Rakete traf Balkon – Dach stand in Flammen
Der damals 22-Jährige hatte zum Jahreswechsel mehrere Feuerwerkskörper gezündet. Eine der Raketen schlug in einem Balkon im dritten Stock ein. Dort entzündeten sich Gegenstände, das Feuer breitete sich rasch aus und erfasste binnen Minuten das komplette Dach. 13 Wohnungen waren nach dem Brand vorübergehend unbewohnbar.
Der Beschuldigte hat die Tat eingeräumt. Er gab an, dass eine Rakete durch den Wind in Richtung des Gebäudes getrieben worden sei.
Zuständigkeitsstreit verzögerte Verfahren
Ursprünglich hatte sich das Bezirksgericht Traun für unzuständig erklärt. Der Strafantrag bezog sich auf Paragraf 170, Absatz 1. Das Gericht hielt jedoch Absatz 2 für angemessen – dieser greift, wenn „viele Menschen“ in Not versetzt wurden. Laut Rechtsprechung sind das mindestens 30 Personen, wie ein Sprecher des Landesgerichts Linz erläuterte.
Weil unklar blieb, wie viele Bewohner tatsächlich betroffen waren und viele keine Angaben zu ihren Ersatzquartieren machten, konnte die „große Not“ von „vielen Menschen“ nicht nachgewiesen werden. Das Landesgericht Linz entschied daher, dass der mildere Paragraf anzuwenden sei. Damit ist das Bezirksgericht zuständig.
Brandbilder als Fake News verbreitet
Aufnahmen des Brandes verbreiteten sich weltweit – allerdings als Falschmeldung. Zehntausende User sahen die Bilder als angeblich zerstörtes Bürogebäude des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu. Die APA-Faktencheck-Redaktion stellte fest, dass das Video vermutlich von einem TikTok-Account stammt, wo es bereits in der Silvesternacht hochgeladen worden war.
Quelle: APA
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