Feuerwehr und Rotes Kreuz starten Kampagne für Adressschilder

Einsatzorganisationen, Post und Gemeinden appellieren an die Bevölkerung, Hausnummern und Namensschilder zu überprüfen. Fehlende oder verdeckte Beschriftungen kosten im Notfall wertvolle Zeit.
Das Österreichische Rote Kreuz, der Österreichische Bundesfeuerwehrverband, die Österreichische Post sowie Städtebund und Gemeindebund haben die Initiative #DieRichtigeAdresse gestartet. Die Kampagne soll die Bevölkerung dazu bewegen, ihre Adress- und Namensschilder zu kontrollieren und zu aktualisieren.
Wenn ein Rettungswagen zu einem Notfall unterwegs ist, können entscheidende Minuten verloren gehen, weil eine Hausnummer hinter Efeu verschwindet oder in einem Hochhaus der Name an der Klingel fehlt. Bei Wohnsiedlungen mit mehreren Zufahrten kann die Feuerwehr den richtigen Eingang nicht finden, wenn die Beschriftung unklar ist. Auch die Post kann wichtige Sendungen wie Pensionsbescheide oder Medikamente nur zustellen, wenn die Empfänger klar ersichtlich sind.
Erfolgreiche Umsetzung in Tirol als Vorbild
Das Kampagnenkonzept wurde 2023 bereits regional in Tirol sehr erfolgreich umgesetzt. Seit der Kampagne lassen sich Adressen deutlich besser finden, berichten sämtliche Partnerorganisationen. Die Initiative wird daher nun österreichweit eingeführt.
„Wir möchten die Österreicher*innen nicht nur informieren, sondern aktivieren: Eine gut sichtbare Hausnummer, beschriftete Klingeln und klare Beschriftungen sind die einfachste Lebensversicherung der Welt“, sagt Feuerwehrvizepräsident Günter Trinker. Alle fünf Organisationen seien aus unterschiedlichen Gründen auf korrekte und gut sichtbare Wohnadressen angewiesen.
Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl betont: „Gut sichtbare Hausnummern und korrekt beschriftete Klingeln retten im Ernstfall Zeit – und machen auch die Arbeit der Gemeinden einfacher und verlässlicher.“ Wer seine Adresse aktuell und gut erkennbar halte, leiste mit wenigen Handgriffen einen wichtigen Beitrag für Sicherheit und ein funktionierendes Miteinander.
Auch für Behörden und Post wichtig
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger weist darauf hin, dass eine ordnungsgemäße Adressierung nicht nur für Blaulichtorganisationen und die Post wichtig ist, sondern auch für Städte und Gemeinden, wenn behördliche Schriftstücke versendet werden. Zudem soll ein Abgleich der Adressen zwischen Hausverwaltungen und dem Gebäude- und Wohnungsregister stattfinden, um bei Neuanmeldungen im zentralen Melderegister Klarheit zu schaffen.
Dominik Nagel, Leitung Distribution Ost der Österreichischen Post AG, erklärt: „Unsere Zusteller*innen sind täglich in ganz Österreich unterwegs und bringen Pakete und Briefe verlässlich an die richtige Adresse. Damit das gelingt, brauchen sie vor Ort vor allem eines: eindeutig beschriftete Briefkästen, klar zuordenbare Klingelschilder und Hinweise an der Wohnungstür.“
Drei Stellen müssen beschriftet sein
Gut sichtbare, hell beleuchtete Hausnummer, Hinweis zum Stiegenaufgang und vollständig mit Name und Topnummer beschriftete Gegensprechanlagen, Briefkästen und Wohnungstüren sparen im Notfall wichtige Minuten. Das Aktualisieren kostet einmalig nur wenige Minuten.
Die Initiative nennt drei wesentliche Beschriftungen:
Erstens die Hausnummer: Rotes Kreuz und Feuerwehr erhalten Koordinaten und Adresse direkt auf den Bordcomputer, müssen die Nummer vor Ort aber schon aus dem Fahrzeug erkennen. Plakate, Sträucher, Bäume, Laternen, Masten und saisonale Dekorationen erschweren das. Monika Stickler, stellvertretende Bundesrettungskommandantin des Österreichischen Roten Kreuzes: „Daher richtet sich unsere Bitte an alle Hausbesitzer*innen, zu prüfen, ob die Beschriftung aus der Distanz und aus allen Richtungen kommend gut sichtbar ist.“
Zweitens die Haustürglocke (vor allem in Mehrparteienhäusern): mindestens Nachname, eventuell Stockwerk, jedenfalls Türnummer.
Drittens die Wohnungstür: „Auch hier bitten wir darum, zumindest den Nachnamen anzubringen. Sollten die Bewohner*innen unterschiedliche Nachnamen führen, ist es wünschenswert, alle Namen an der Tür zu vermerken“, ergänzt Stickler. Nachdem man den Notruf abgesetzt habe, solle man alle Türen öffnen, das Licht aufdrehen und wenn möglich jemanden als Einweiser zur ersten Türe senden.
Checkliste für die Bevölkerung
Die Kampagne empfiehlt folgende Maßnahmen:
Gut lesbare und eindeutig zuordenbare Angaben auf Briefkasten, Gegensprechanlage und Wohnungstür anbringen. Die Namen aller Bewohner und die Topnummer sollen gut sichtbar, aktuell und eindeutig erkennbar sein.
Für ausreichende Beleuchtung sorgen: Einsatzkräfte können rund um die Uhr zur Hilfe gerufen werden.
Pflanzen, die Straßen-, Gassennamen oder Hausnummern verdecken könnten, regelmäßig zurückschneiden.
Genauere Hinweise zum Zugang anbringen, für den Fall, dass es mehrere Eingänge gibt. Was für Bewohner selbstverständlich ist, kann für nicht ortskundige Einsatzkräfte oder Zusteller verwirrend erscheinen.
Wer Einsatzkräfte auf Gefahren in der Wohnung hinweisen will – wie Haltung von giftigen Tieren oder medizinisches Sauerstoffgerät – kann diese Informationen auf freiwilliger Basis an der Eingangstür anbringen.
Weitere Informationen zur Kampagne sind unter www.dierichtigeadresse.at verfügbar.
Quelle: https://www.roteskreuz.at/vorarlberg/news/aktuelles/dierichtigeadresse
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