FH Joanneum entwickelt App zur Demenz-Prävention

Pia ProdingerPia Prodinger
Senior Mann mit Smartwatch macht Gymnastik im Wohnzimmer
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Anlässlich des Welt-Alzheimertags präsentiert die FH Joanneum ihre Forschungsarbeit zur Früherkennung von Demenz. Eine personalisierte App soll künftig dabei helfen, Risikofaktoren sichtbar zu machen und die Gehirngesundheit zu stärken.

Die FH Joanneum arbeitet seit mehreren Jahren daran, Demenz möglichst früh zu erkennen und Menschen bei der Stärkung ihrer Gehirngesundheit zu unterstützen. Am heutigen Welt-Alzheimertag rückt die Hochschule ihre aktuellen Forschungsprojekte in den Fokus.

Personalisierte App erfasst Gesundheitsdaten

Das Institut eHealth forscht im Projekt LETHE-AT daran, Risikofaktoren frühzeitig erkennbar zu machen. Faktoren wie Bewegung, Ernährung, Bluthochdruck, Diabetes oder Hörverlust können das persönliche Demenzrisiko beeinflussen. Viele dieser Faktoren sind veränderbar, wie das Forschungsteam betont.

Im Rahmen des Projekts entsteht eine personalisierte App, die Gesundheits- und Verhaltensdaten über Smartphone und Fitnessarmbänder sammelt. Daraus werden individuelle Empfehlungen abgeleitet. „Unser Ziel ist es, Risikofaktoren frühzeitig sichtbar zu machen und daraus personalisierte Unterstützungsangebote abzuleiten“, erklärt Markus Bödenler, Lehrender bei eHealth sowie Projektleiter und Koordinator von LETHE-AT.

Studie mit 300 Personen läuft

Die digitalen Gesundheitstechnologien werden gemeinsam mit den Medizinischen Universitäten in Graz, Wien und Innsbruck evaluiert. In einer kürzlich gestarteten Studie werden 300 Personen mit erhöhtem Demenzrisiko über 18 Monate begleitet.

Untersucht wird, ob personalisierte und KI-gestützte Präventionsmaßnahmen ressourcenschonend, standardisiert und standortübergreifend in die klinische Routine integriert werden können. Die Studie soll die Grundlage für skalierbare Brain Health Services in Österreich schaffen und einen Beitrag zur frühzeitigen Demenzprävention leisten.

Das Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit 2,4 Millionen Euro gefördert. Es startete im April 2025 und läuft für zwei Jahre. LETHE-AT ist eine Weiterentwicklung des europäischen Vorgängerprojekts LETHE.

Augmented Reality zur Früherkennung

Die Forschung der FH Joanneum zur Früherkennung kognitiver Beeinträchtigungen reicht bereits mehrere Jahre zurück. Im fünfjährigen Forschungsprojekt SCOBES-AR wurde ein multimodales Screening-Instrument entwickelt, das funktionale und neurokognitive Einschränkungen bei Menschen ab 60 Jahren frühzeitig erkennen soll.

Dabei kamen unter anderem Augmented und Virtual Reality zum Einsatz. Eine Studie mit 300 Probandinnen und Probanden lieferte aussagekräftige Ergebnisse. SCOBES-AR war zugleich ein Beispiel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der FH Joanneum: Gesundheitsstudiengänge und technische Studiengänge entwickelten das Screening-Instrument gemeinsam. Das Projekt wurde aus Mitteln der FFG im Programm COIN gefördert.

Studierende arbeiten an Lösungen mit

In beiden Projekten waren und sind Studierende der FH Joanneum beteiligt. In Bachelor- und Masterarbeiten entwickelten sie unter anderem Teile der App, Visualisierungen und digitale Werkzeuge für personalisierte Interventionen. So verbindet die FH Joanneum Forschung mit praxisorientierter Lehre und gibt Studierenden die Möglichkeit, an Lösungen für gesellschaftlich relevante Fragen mitzuarbeiten.

Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/was-koennen-wir-heute-fuer-unser-gehirn-von-morgen-tun

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