FH Joanneum forscht in Schweden unter Arktisbedingungen

Pia ProdingerPia Prodinger
Bergsteiger mit Steigeisen und Seilen bereiten Gestein auf einem Gletscher in den Alpen vor.
© Anna Wochinz, Nina Pachner, FH JOANNEUM

Ein Team der FH Joanneum ist seit 19. Juli in der schwedischen Arktis unterwegs. Bis 2. August führen Studierende und Lehrende wissenschaftliche Messungen an der Tarfala Research Station durch.

Das JOANNEUM Arctic-Expedition-Team (AET) ist am 19. Juli 2026 zu seiner zweiten Expedition in die Arktis gestartet. An der Tarfala Research Station am Fuß des Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens, arbeiten Studierende und Lehrende der FH Joanneum bis 2. August an technischen Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Messungen. Die Arbeiten finden weit über der Baumgrenze unter arktischen Bedingungen statt.

Die Forschungsstation gilt als einer der wichtigsten Standorte für glaziologische und klimawissenschaftliche Forschung in Skandinavien. Seit Jahrzehnten werden dort Gletscher und deren Veränderungen untersucht, was bedeutende Beiträge zur internationalen Klimaforschung liefert. Das Team der FH Joanneum ist im Rahmen eines Erasmus+-Austauschs mit der Universität Stockholm vor Ort.

Eigene Projekte und Zusammenarbeit mit Forschenden

Neben eigenen Forschungsvorhaben ist das Team auch in die wissenschaftlichen Arbeiten des Stationsteams eingebunden. Dabei erhalten die Teilnehmenden Einblicke in laufende Forschung in den Bereichen Glaziologie und Klimawissenschaften. Der fachliche Austausch mit Forschenden der Universität Stockholm ergänzt die praxisorientierte Ausbildung und stärkt die internationale Zusammenarbeit.

Von Aerostat bis Science Communication

Im Zentrum der Expedition steht die Umsetzung eigener Forschungsprojekte unter realen Extrembedingungen. Expeditionsleiter Stefan Muckenhuber erklärt, die Projekte reichten „von A wie Aerostat über B wie Black Carbon Monitoring bis S wie Science Communication“.

Interdisziplinäre Teams aus den Studienbereichen Data Science, Luftfahrt/Aviation, Industrial Management, Electronic Engineering, Energie und Umwelt sowie Kommunikation arbeiten gemeinsam an innovativen Lösungen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Batteriesystem-Management, Sensorik, energieeffiziente Datenübertragung, Drohnentechnologie und Luftqualitätsmessung.

Holger Friehmelt, Institutsleiter Luftfahrt, beschreibt das Ziel: „Ziel ist es, technische Anwendungen für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen weiterzuentwickeln und gleichzeitig Daten zu gewinnen, die zur Klima- und Umweltforschung beitragen.“

Dokumentation für die Öffentlichkeit

Die Expedition verbindet Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation. Ein Kommunikationsteam dokumentiert die Reise über Pressearbeit und Social Media und macht die Forschungsaktivitäten für die Öffentlichkeit nachvollziehbar.

Die Rückkehr des Teams nach Graz ist für 2. August 2026 geplant. Anschließend werden die erhobenen Daten gemeinsam mit den wissenschaftlichen Partnern ausgewertet und in Forschungsprojekte sowie in die Lehre der FH Joanneum eingebunden. Die Erfahrungen aus der Expedition bilden zugleich die Grundlage für künftige Kooperationen und weitere Forschungsaktivitäten im Bereich der Polar- und Klimaforschung.

Quelle: https://www.fh-joanneum.at/presse/zweite-arktisexpedition-der-fh-joanneum-fuehrt-zur-tarfala-research-station

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