FH Joanneum gewinnt Hauptpreis bei Ars Electronica

Pia ProdingerPia Prodinger
ARS Electronica Campus Award 2026: Drei Personen stehen vor lila Fassade
© David Kleinl, FH JOANNEUM / IDK, Daniel Fabry, Astrid Drechsler

Eine interaktive Musikmaschine von Studierenden der FH Joanneum hat den Grand Prize Campus Award 2026 bei der Ars Electronica gewonnen. Das Klangobjekt verbindet Zither und Hackbrett mit elektronischer Musik und macht Besucher zu Musikern.

Die Musikmaschine von Design-Studierenden der FH Joanneum hat sich bei der Campus Exhibition der Ars Electronica durchgesetzt und den Grand Prize Campus Award 2026 gewonnen. Das interaktive Klangobjekt kombiniert traditionelle Instrumente wie Zither und Hackbrett mit zeitgenössischer elektronischer Musik.

Die Studierenden-Ausstellung stand unter dem Titel „Negotiating Humanity“ und beschäftigte sich mit der Frage, was es heute bedeutet, Mensch zu sein. Die Musikmaschine griff diese Thematik spielerisch auf: Wo endet menschliche Kreativität – und wo beginnt die Eigenständigkeit einer Maschine?

Publikum wird Teil des künstlerischen Prozesses

Das Klangobjekt liefert keine fertige These, sondern lädt zum Ausprobieren ein. Sobald Besucher die Musikmaschine bedienen, wird aus Technologie ein Instrument – und aus dem Publikum ein Teil des künstlerischen Prozesses. Diese Herangehensweise überzeugte die Jury.

Die Musikmaschine setzte sich gegen mehr als 80 künstlerische Arbeiten von 45 Hochschulen aus aller Welt durch. Die Jury würdigte insbesondere die durchdachte Neuinterpretation von Kulturgut und die Zugänglichkeit für eine breite Gruppe von Besuchern.

Experiment mit internationaler Strahlkraft

Astrid Drechsler, Leiterin der Studienrichtung Sound Design an der FH Joanneum, sagte: „Für uns ist die ‚Musikmaschine' vor allem ein Experiment: Was passiert, wenn wir Technik, traditionelle Musik und Interaktion miteinander verbinden? Uns ging es darum, ein Instrument zu bauen, mit dem alle Menschen Musik machen können.“

Die Auszeichnung bei der Ars Electronica zeige, dass gerade das Experimentieren und das Überschreiten von Disziplingrenzen spannende neue Perspektiven eröffnen können, so Drechsler. Das Festival Ars Electronica fand von 9. bis 13. September 2026 in Linz statt.

Von der Kulturhauptstadt auf internationale Bühnen

Entstanden ist die Musikmaschine ursprünglich im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024. In der Weiterentwicklung wurde daraus ein interaktives Klangobjekt, das nun auf internationaler Ebene präsentiert und ausgezeichnet wird. Unter anderem war das Projekt bereits im Centre Pompidou in Paris ausgestellt.

Das Projekt wurde von Studierenden der Masterstudienrichtungen Sound Design und Interaction Design am Institut Design und Kommunikation der FH Joanneum entwickelt. Neben Astrid Drechsler ist Daniel Fabry, Leiter des Instituts Design und Kommunikation der FH Joanneum, für die Musikmaschine hauptverantwortlich.

Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/musikmaschine-der-fh-joanneum-beim-festival-ars-electronica-ausgezeichnet

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