FH Joanneum schickt Studierende in die Arktis

Mona HopfingerMona Hopfinger
Team mit Drohnensteuerung in Berglandschaft bei Schönberg
© JOANNEUM ARCTIC EXPEDITION TEAM 2026

Das Arctic Expedition Team der FH Joanneum bereitet sich monatelang auf eine Forschungsreise nach Nordschweden vor. Drohnentraining, Gletscherkurse und Erste Hilfe stehen auf dem Programm, bevor es ins Tarfala Valley geht.

Studierende der FH Joanneum haben sich auf eine Expedition nach Nordschweden vorbereitet und dabei weit mehr gelernt als nur den Umgang mit wissenschaftlichen Geräten. Das Arctic Expedition Team (AET) absolvierte bereits Monate vor der Abreise ein umfangreiches Trainingsprogramm, das von Drohnenflügen bis zu Gletscherkursen reichte.

Zum Programm gehörten ein praktisches Drohnentraining inklusive Führerschein sowie ein Gletschertraining mit Klettergurt, Eispickel und Steigeisen. In Schweden ergänzte ein Erste-Hilfe-Crashkurs die Vorbereitung auf die Herausforderungen vor Ort.

Drohnentraining im Testgebiet

Im AIRlabs Drohnen-Testgebiet Steinalpl fand das Training statt. Dort konnten die Studierenden theoretisches Wissen unter realitätsnahen Bedingungen anwenden. Die Steiermärkische Sparkasse unterstützte das Team und ermöglichte damit einen wichtigen Teil der praxisnahen Ausbildung.

Die Expedition führte ins Tarfala Valley in Nordschweden, wo das Team an der Tarfala Research Station zu Gast war. Das Projekt entstand in Kooperation mit der Universität Stockholm und verbindet wissenschaftliche Fragestellungen mit Technik, Kommunikation und Teamarbeit.

Von der PR-Studentin zur Drohnenpilotin

Nina Pachner, die Journalismus und PR studiert, ist im Team für Kommunikation und Berichterstattung zuständig. Dass sie im Rahmen der Vorbereitung einen Drohnenführerschein absolvieren würde, hätte sie sich wenige Monate zuvor nicht vorstellen können.

„Ich hatte vorher überhaupt nichts mit Drohnen zu tun“, erzählte sie. Die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Team Theorie und Praxis zu absolvieren, sei etwas ganz Besonderes gewesen. Anfangs wirkten die technischen Inhalte einschüchternd – Flugphysik, rechtliche Grundlagen und Sicherheitsvorschriften gehören nicht zum klassischen PR-Studium. Doch Schritt für Schritt wurde aus anfänglicher Unsicherheit echtes Verständnis.

Besonders beeindruckt habe sie, wie viel Verantwortung hinter jedem Drohnenflug steckt. Sicherheitsabstände, Wetterbedingungen, Datenschutz und die Rücksichtnahme auf Menschen und Tiere – viele Aspekte seien ihr zuvor nicht bewusst gewesen. Ihr Blick auf Drohnen habe sich grundlegend verändert: Sie sieht sie heute als vielseitiges Hilfsmittel mit zahlreichen Einsatzmöglichkeiten – von Such- und Rettungseinsätzen bis zur wissenschaftlichen Datenerhebung.

Teamarbeit beim Flugbetrieb

Der erste eigene Flug bleibt ihr in Erinnerung. Was von außen spielerisch aussieht, verlangt in Wirklichkeit höchste Konzentration. Bereits kleinste Bewegungen an der Fernsteuerung können große Auswirkungen haben. Dabei lernte sie, wie wichtig Teamarbeit beim Flugbetrieb ist. Während Pilotinnen und Piloten die Drohne steuern, behalten andere Personen den Luftraum, die Umgebung und mögliche Gefahren im Blick.

Ob Drohnentraining, Gletscherkurs oder Expeditionsplanung: Erfahrene Teammitglieder geben ihr Wissen weiter, unterschiedliche Studienrichtungen ergänzen sich und jede Person bringt ihre eigenen Stärken ein. Für Pachner ist genau das eine der größten Stärken des Projekts.

Inklusion wird gelebt

Pachner erzählte nicht von Hürden oder Vorurteilen – weder in ihrem Studium noch im Arctic Expedition Team. Sie beschrieb ein Umfeld, in dem sie sich vom ersten Moment an willkommen fühlte und in dem Motivation, Teamgeist sowie gegenseitige Unterstützung stehen im Mittelpunkt.

Die unterschiedlichen Studienrichtungen werden nicht als Unterschied wahrgenommen, sondern als große Bereicherung. Erst die verschiedenen Perspektiven machen diese interdisziplinäre Zusammenarbeit möglich und verleihen dem Team seine besondere Stärke.

Ihre Botschaft an zukünftige Studierende: Man müsse nicht von Anfang an wissen, wohin einen ein Studium einmal führen wird. Viel wichtiger sei es, Chancen einfach anzunehmen. „Ja, ich probier's“, sagt sie.

Kooperation soll weitergehen

Holger Friehmelt, Institutsleiter Luftfahrt an der FH Joanneum, war heuer wieder Teil des Arctic Expedition Team und begleitete die Studierenden nach Schwedisch Lappland.

Die vielfältigen Studierendenprojekte, die besonderen Möglichkeiten an der Tarfala Research Station und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Universität Stockholm machten die Expedition auch für ihn zu einer besonderen Erfahrung. Die Kooperation soll weitergeführt werden. „Schwedisch Lappland – wir freuen uns auf ein Wiedersehen!“, sagte Friehmelt.

Die Kosten der Expedition konnte zu einem großen Teil über Erasmus+ der Europäischen Union abgedeckt werden. Um auch künftig besondere Projekte und Erfahrungen wie diese für Studierende zu ermöglichen, freut sich das AET über weitere Sponsorinnen, Sponsoren und Unterstützerinnen und Unterstützer.

Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/vom-ersten-drohnenflug-bis-zur-arktis

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