FH Technikum Wien vergibt Professorentitel und Awards

Die Wiener Fachhochschule ehrte am 19. Oktober herausragende Leistungen in Forschung und Lehre. Zwei Lehrende erhielten eine FH-Professur, ein weiterer eine Honorarprofessur. Zudem wurden vier Masterarbeiten ausgezeichnet.
Im Rahmen der Teaching Awards 2026 würdigte die FH Technikum Wien besondere wissenschaftliche und akademische Leistungen. Die Bandbreite reichte von User Experience und Quantentechnologien über europäische Industriepolitik bis zu nachhaltiger Mobilität, Datenschutz, Künstlicher Intelligenz und Rehabilitationstechnik.
Sylvia Lingo, die das Teaching and Learning Center leitet, moderierte die Veranstaltung. Rektorin Sylvia Geyer überreichte die Ehrungen.
Andreas Sackl und Hermann Detz zu FH-Professoren ernannt
Andreas Sackl leitet das Kompetenzfeld Digital Enterprise & User Experience an der Hochschule. Der an der TU Berlin promovierte Forscher verfügt über umfangreiche Erfahrung in Forschung und Industrie. Seine Schwerpunkte liegen in User Experience und Virtual Reality – insbesondere in der Frage, wie digitale Technologien gestaltet werden können, damit sie den Anforderungen ihrer Nutzer entsprechen.
Hermann Detz leitet den Masterstudiengang Quantum Engineering. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf Mikro- und Nanostrukturen sowie deren technologische Anwendungen. Der Forscher verfügt über internationale Erfahrung und wurde unter anderem am Forschungszentrum CEITEC ausgezeichnet. Er engagiert sich zudem in der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft.
Roman Stiftner erhält Honorarprofessur
Mit der Honorarprofessur an Roman Stiftner würdigte die Hochschule dessen langjähriges Engagement für die Verbindung von Wissenschaft, Industrie und europäischen Institutionen. Stiftner unterrichtet seit 2018 an der FH Technikum Wien in den Bereichen International Business & Engineering und Renewable Energy Engineering.
Der an der TU Wien promovierte Techniker ist Generaldirektor von EUMICON und Präsident des European Shippers' Council (ESC). Seine Schwerpunkte liegen in europäischer Industrie- und Regulierungspolitik, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung.
Stiftner bringt sein internationales Netzwerk in Forschungs- und Innovationsprojekte wie Biochar4Metallurgy, AUTOSUP, VITAL-5G und ENTRANCE ein. Ein Beispiel für die internationale Zusammenarbeit: Robotik-Forschungsergebnisse der FH wurden im Rahmen der Raw Materials Week der Europäischen Kommission in Brüssel präsentiert.
Vier Masterarbeiten aus vier Fakultäten ausgezeichnet
Die Masterarbeits-Awards 2026 gingen an vier Absolventen – jeweils einen aus jeder Fakultät. Die prämierten Arbeiten verbinden wissenschaftlich fundierte Methoden mit konkreten technischen Entwicklungen oder anwendungsorientierten Lösungen.
Markus Dangl (Fakultät Industrial Engineering) entwickelte ein Modell zur standortbezogenen Prognose von Mobilitätsemissionen im städtischen Raum. Die daraus abgeleitete Kennzahl kann in die Bewertung von Stadtquartieren einfließen und Entscheidungen in der Stadt- und Verkehrsplanung unterstützen. Betreut wurde die Arbeit von Elisabeth Kerschbaum.
Alexander Sallmann (Fakultät Computer Science & Applied Mathematics) entwarf eine Privacy-by-Design-Architektur zur Wiederverwendung von Bürgerdaten in kommunalen Online-Formularen. Die Lösung wurde als Prototyp in einem realen Gemeindeformular umgesetzt und getestet. Ergänzende Interviews mit Experten und Bürgern bestätigten den praktischen Nutzen. Betreuer waren Peter Seifter und Christian Schucan.
Nermine Agban (Fakultät Electronic Engineering & Entrepreneurship) entwickelte ein kamerabasiertes System, das mithilfe von KI erkennen soll, ob Beschäftigte im industriellen Umfeld vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen. Sie verglich unterschiedliche YOLO-basierte Objekterkennungsverfahren und Hardwarekonfigurationen. Betreut wurde die Arbeit von Stefan Paschek.
Daniela Kalchbrenner (Fakultät Life Science Engineering) untersuchte die Gebrauchstauglichkeit und das Nutzungserlebnis des VR-basierten Trainingssystems Myo-Hand XP des Unternehmens Virtetic. Neun Menschen, die tatsächlich eine Prothese tragen, machten bei der Studie mit. Die Arbeit entstand gemeinsam mit Ottobock und Virtetic. Sie bringt konkrete Ergebnisse, die helfen, virtuelle Trainingssysteme zu verbessern. Johannes Martinek hat die Arbeit betreut.
Zusammenspiel von Forschung, Lehre und Praxis
Die Ehrungen verdeutlichen die fachliche Breite der FH Technikum Wien. Aktuelle Forschungsergebnisse fließen in die Ausbildung ein, während aus der Arbeit der Studierenden neue Ideen und Lösungsansätze entstehen. Musikalisch begleitet von den vienna strings, klang die Veranstaltung bei einem Empfang aus.
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