FH Wiener Neustadt entwickelt intuitive Robotersteuerung

Mathias FischerMathias Fischer
Drei Männer vor einem Roboter-Prüfstand mit ABB-Delta-Roboter und einem Greifer
© FHWN, Amin Same

Die FH Wiener Neustadt hat mit dem „Teach-Framework“ ein System entwickelt, das Roboter ohne tiefgehende Programmierkenntnisse steuerbar macht. Nutzer können Bewegungen vormachen, die per Kamera und KI erkannt werden.

An der FH Wiener Neustadt wurde ein System entwickelt, das die Bedienung von Robotern vereinfachen soll. Das „Teach-Framework“ ermöglicht es, Roboter durch vorgemachte Bewegungen zu steuern, ohne dass dafür umfangreiche Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Das System nutzt Kameras und Künstliche Intelligenz, um menschliche Bewegungen zu erfassen und diese direkt in die Robotersteuerung zu übertragen. Ziel ist es, Robotersysteme flexibler und für einen breiteren Nutzerkreis zugänglich zu machen.

Forschungsergebnisse zusammengeführt

Amin Same, Absolvent der FH Wiener Neustadt und assoziierter Wissenschafter, hat das Projekt im Rahmen einer Förderung durch die voestalpine Stahlstiftung vorangetrieben. Eineinhalb Monate lang arbeitete er an der Weiterentwicklung und Übertragbarkeit des Systems. „Wir wollen die Hürde zwischen Mensch und Roboter weiter reduzieren. Dafür führen wir bestehende Forschungsergebnisse in einem Framework zusammen, das nicht auf einen einzelnen Roboter oder Anwendungsfall beschränkt sein soll“, wird Same zitiert.

Die Grundlagen für das Projekt stammen aus früheren Arbeiten im Bachelorstudium Robotik & Künstliche Intelligenz. Marium Saeed untersuchte in ihrer Bachelorarbeit, wie Handgesten mittels Kamera und KI erkannt und zur Robotersteuerung eingesetzt werden können. Mustafa Algan, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FHWN, erforschte die direkte Steuerung eines Industrieroboters über Handbewegungen in Echtzeit. Diese Erkenntnisse wurden nun im Teach-Framework gebündelt.

Test am digitalen Zwilling

Neue Bedien- und Steuerungskonzepte können zunächst an einem digitalen Zwilling – einem virtuellen Abbild des Roboters – getestet werden, bevor sie auf reale Systeme übertragen werden. Dafür stehen verschiedene Robotersysteme sowie moderne Kamera-, Software- und KI-Technologien zur Verfügung. Perspektivisch soll die Bedienung auch ortsunabhängig und in Echtzeit möglich sein.

Same selbst absolvierte nach dem Bachelor in Robotik & Künstliche Intelligenz das Masterstudium Mechatronik an der FH Wiener Neustadt. Seine Expertise bringt er nun auch in den Aufbau eines eigenen Unternehmens im Bereich humanoider Robotik ein.

Einsatz in Lehre und Forschung

Das Teach-Framework soll im Bachelorstudium Robotik & Künstliche Intelligenz weiterverwendet und ausgebaut werden. Es dient als Grundlage für Lehre, Forschung und neue studentische Arbeiten.

Alexander Nemecek, Leiter des Bachelorstudiums Robotik & Künstliche Intelligenz, erklärt: „Die Zukunft der Robotik liegt für uns in der intelligenten Verbindung mit KI. Wenn Roboter ihre Umgebung wahrnehmen und auf Menschen und neue Situationen reagieren können, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Genau dieses Zusammenspiel vermitteln wir unseren Studierenden und mit Projekten wie dem Teach-Framework wird es unmittelbar erlebbar.“

Die FH Wiener Neustadt bietet an drei Standorten und sieben Studienorten insgesamt 47 Studiengänge an fünf Fakultäten an. Mehr als 5.000 Studierende sind derzeit an der Hochschule eingeschrieben.

Mann in dunkelblauem Poloshirt sitzt im Labor der Fachhochschule Wiener Neustadt vor einem Tisch.
© FHWN, Amin Same

Quelle: https://presse.fhwn.ac.at/news-robotik-an-der-fh-wiener-neustadt-weniger-programmieren-intuitiver-bedienen?id=250580&menueid=11329&l=deutsch

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