FH Wiener Neustadt feiert 20 Jahre Biomedizinische Analytik

Zwei Jahrzehnte bildet die Fachhochschule Wiener Neustadt Fachkräfte für die Labordiagnostik aus. Der Studiengang reagiert auf neue Technologien und verknüpft Praxis mit Forschung.
Blutproben untersuchen, Krankheitserreger identifizieren, diagnostische Verfahren entwickeln: Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker arbeiten meist im Hintergrund, erfüllen aber zentrale Aufgaben in der Medizin. Der Bachelorstudiengang Biomedizinische Analytik der FH Wiener Neustadt besteht heuer seit 20 Jahren und hat sich in dieser Zeit deutlich weiterentwickelt.
Thomas Pekar, Leiter des Studiengangs, betont die veränderten Anforderungen: „Neben einer fundierten praktischen Ausbildung haben wissenschaftliches Arbeiten, Digitalisierung, Datenkompetenz und die kritische Bewertung von Methoden und Ergebnissen deutlich an Bedeutung gewonnen.“ Ziel sei, Studierende nicht nur mit aktuellem Fachwissen auszustatten, sondern sie auf ein dynamisches Berufsfeld vorzubereiten.
Moderne Labortechnik und Forschungspraxis
Seit dem Start 2006 haben sich die diagnostischen Möglichkeiten stark verändert. Die Hochschule hat darauf mit mehrfachen Überarbeitungen des Curriculums und kontinuierlicher Modernisierung der Laborinfrastruktur reagiert. Ein Beispiel ist ein digital vernetzter Mikroskopiersaal, in dem mikroskopische Aufnahmen gemeinsam analysiert und Befunde in Echtzeit verglichen werden können.
Forschung ist fest im Studium verankert: In den letzten beiden Semestern arbeiten alle Studierenden an realen Forschungsprojekten mit konkreten wissenschaftlichen Fragestellungen. Viele Projekte entstehen mit externen Praxis- und Forschungspartnern, zunehmend fließen auch hochschulinterne Forschungsaktivitäten ein.
Zwei Standorte für regionale Verankerung
Der Bachelorstudiengang wird mittlerweile sowohl in Wiener Neustadt als auch am Biotech Campus Tulln angeboten. Die beiden Standorte ermöglichen eine regional verankerte Ausbildung und stärken die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Ein gemeinsames Lehrendenteam gewährleistet standortübergreifend einheitliche Qualitäts- und Kompetenzstandards.
Die mittlerweile mehreren hundert Absolventinnen und Absolventen sind Teil eines gewachsenen Netzwerks. Viele von ihnen unterstützen die Hochschule heute selbst in Praxis, Forschung und Lehre.
Digitalisierung und KI prägen die Zukunft
Für die kommenden Jahre erwartet Pekar große Veränderungen durch Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz. Umso wichtiger sei es, Studierende nicht nur mit neuen Technologien vertraut zu machen, sondern auch ihre Fähigkeit zur kritischen und verantwortungsvollen Anwendung zu stärken.
„Unsere Absolventinnen und Absolventen sind auch über die Grenzen Niederösterreichs hinaus für ihre solide praktische Ausbildung bekannt“, so Pekar. Diese Stärke wolle er mit wissenschaftlicher Urteilsfähigkeit, Datenkompetenz und neuen technologischen Kompetenzen verbinden. Ziel sei, Menschen auszubilden, die fachlich sicher handeln und die Weiterentwicklung ihres Berufsfeldes aktiv mitgestalten können.

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