FH Wiener Neustadt feiert 20 Jahre Ergotherapie-Ausbildung

Mathias FischerMathias Fischer
Therapeutin mit Patientin im Behandlungsraum, sie passt eine Handorthese an
© Pletterbauer, FHWN

Die Fachhochschule Wiener Neustadt blickt auf zwei Jahrzehnte Ergotherapie-Studiengang zurück. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Fachkräften – lange Wartelisten in Praxen zeigen die hohe Nachfrage.

Seit zwei Jahrzehnten werden an der FH Wiener Neustadt Fachkräfte für Ergotherapie ausgebildet. Der Bachelorstudiengang unterstützt Menschen nach Schlaganfällen, Verletzungen, bei Demenz oder Entwicklungsverzögerungen im Kindesalter dabei, ihren Alltag möglichst eigenständig zu meistern.

Die Ausbildung hat sich in dieser Zeit stetig weiterentwickelt. Mehrere Überarbeitungen des Curriculums, neue gesetzliche Vorgaben sowie Rückmeldungen von Studierenden und Praxispartnern haben den Studiengang geprägt. Auch die Räumlichkeiten wurden modernisiert: Klassische Funktionsräume wurden zu zeitgemäß ausgestatteten Übungslaboren umgebaut.

Martina Kristler, Leiterin des Bachelorstudiengangs, erklärt: „Unser Anspruch war es immer, die Ausbildung an den aktuellen Anforderungen der Berufspraxis auszurichten. Deshalb entwickeln wir unser Curriculum laufend weiter und greifen neue Entwicklungen im Gesundheitswesen ebenso auf wie Rückmeldungen aus der Praxis.“

Ein Viertel der Ausbildung in der Praxis

Ein Viertel der Ausbildungszeit verbringen die Studierenden direkt in Gesundheitseinrichtungen und Organisationen. Der Studiengang arbeitet eng mit der Praxis zusammen – durch Praktika, Exkursionen, gemeinsame Bachelorarbeiten und zahlreiche externe Lehrende aus dem Berufsfeld wird ein kontinuierlicher Wissensaustausch sichergestellt.

Viele Absolventinnen und Absolventen kehren als Vortragende an die Hochschule zurück. „Viele unserer Alumni geben ihre Praxiserfahrung heute an die nächste Generation weiter. Diese enge Vernetzung mit dem Berufsfeld ist eine große Stärke unseres Studiengangs“, so Kristler.

Regionale Projekte und Kooperationen

Der Studiengang setzt auf praxisnahe Zusammenarbeit und regionale Projekte. Dazu gehören die Demenzfreundliche Bibliothek, die weiterhin in der Bibliothek im Zentrum besteht, sowie das aktuelle Sparkling-Science-Projekt Die Generationenfreundliche Stadt.

Im Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung bestehen Kooperationen mit dem Tiergarten Schönbrunn, Zotter oder den Wiener Linien. Studierende entwickeln im letzten Semester aufbauend auf ihrer Bachelorarbeit konkrete Produkte für Einrichtungen und Organisationen.

Hoher Bedarf und lange Wartelisten

Die steigende Nachfrage nach ergotherapeutischen Leistungen zeigt sich in langen Wartelisten vieler Praxen. Kristler sieht Handlungsbedarf: „Der Bedarf an Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten ist hoch – das zeigt sich nicht zuletzt an langen Wartelisten in vielen Praxen. Ein Ausbau der Studienplätze und ein fachspezifisches Masterstudium würden dazu beitragen, diesem Bedarf langfristig zu begegnen, die Expertise unserer Absolventinnen und Absolventen weiter zu vertiefen und die Basisforschung in der Ergotherapie zu stärken.“

Die FH Wiener Neustadt bietet an drei Standorten und sieben Studienorten in Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln, Wien und Salzburg insgesamt 47 Studiengänge an fünf Fakultäten an. Mehr als 4.500 Studierende werden derzeit von über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie rund 1.000 Referentinnen und Referenten betreut.

Quelle: https://presse.fhwn.ac.at/news-lange-wartelisten-hoher-bedarf-20-jahre-ergotherapie-an-der-fh-wiener-neustadt?id=245743&menueid=11330&l=deutsch

Drei Frauen bei der FH Wiener Neustadt vor einer Leinwand mit dem Logo der Hochschule.
© Pletterbauer, FHWN

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