FH Wiener Neustadt forscht an neuen Krebstherapien

Mathias FischerMathias Fischer
Mann im Anzug vor einem Bruker-Gerät mit Warnhinweis "Ultra-hohes Magnetfeld"
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Ein Forschungszentrum der FH Wiener Neustadt am Standort des Ionentherapiezentrums MedAustron untersucht mit modernster Bildgebungstechnik, wie Bestrahlungen im Körper wirken. Elf Wissenschaftler arbeiten dort an gezielteren Krebsbehandlungen.

Am Standort des Ionentherapiezentrums MedAustron in Wiener Neustadt betreibt die FH Wiener Neustadt seit über fünf Jahren ein Kompetenzzentrum für Präklinische Bildgebung und Medizintechnik. Dort erforschen elf Wissenschaftler, wie verschiedene Bestrahlungsformen im Körper wirken und wie sich Therapien präziser gestalten lassen.

Hochfeld-MRT mit außergewöhnlicher Leistung

Das Zentrum verfügt über ein Hochfeld-MRT mit 15,2 Tesla Feldstärke – ein gewöhnliches Krankenhaus-MRT erreicht lediglich 1,5 bis 3 Tesla. Weltweit existieren nur sechs solcher Geräte. Die Technologie ermöglicht Aufnahmen in einer Schärfe, die selbst kleinste Gewebeveränderungen sichtbar macht.

Kombiniert wird das MRT mit nuklearmedizinischen Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie und der Single-Photonen-Computer-Tomographie. Diese zeigen biochemische Prozesse im Körper in Echtzeit und liefern ein vollständiges Bild der Bestrahlungseffekte.

„Durch die direkte Anbindung an MedAustron können wir bildgebende Verfahren, medizinische Strahlenforschung, Strahlenbiologie, Medizinphysik, Informatik und Medizintechnik so verknüpfen, dass hier interdisziplinäre Spitzenforschung möglich wird und das unmittelbar am Ort der klinischen Anwendung“, erklärt Markus Zeilinger, Leiter des Kompetenzzentrums.

Forschung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs und Implantaten

Das FWF-Doktoratsprogramm PAIR, das gemeinsam mit der MedUni Wien und der VetMed Wien umgesetzt wird, untersucht mit über einer Million Euro Fördervolumen, wie Bauchspeicheldrüsentumoren auf unterschiedliche Strahlenarten reagieren. Seit 2022 forschen zwei Doktoratsstudierende im Rahmen dieses Projekts am Kompetenzzentrum.

Das FWF-Projekt PRECISE analysiert, wie gut Knochenimplantate im Körper einwachsen und wie sich deren Positionierung standardisieren lässt. Eine weitere Kooperation mit der MedUni Wien untersucht mithilfe modernster Bildgebung die Regeneration geschädigter Nerven.

Parallel entwickelt das Kompetenzzentrum KI-gestützte Algorithmen, die Bestrahlungsplanungen und bildgestützte Analysen künftig unterstützen sollen. Alle Projekte verfolgen das Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, die Patienten direkt zugutekommen.

Studierende forschen an laufenden Projekten

Die Erkenntnisse aus der Forschung fließen direkt in den Unterricht ein. Zeilinger leitet neben dem Zentrum auch den Bachelor in Radiologietechnologie, den englischsprachigen Master in MedTech und den Lehrgang Diagnostischer Ultraschall – Sonographie an der FH Wiener Neustadt.

Derzeit schreiben zwölf Studierende ihre Abschlussarbeit im Zentrum und arbeiten an echten, laufenden Projekten. „Die Expertise, die wir in der Forschung gewinnen, fließt unmittelbar in unsere Lehrveranstaltungen ein und auch die Studierenden arbeiten an denselben Fragen wie wir. Das ist forschungsgeleitete Lehre im direkten Sinn“, so Zeilinger.

Eine Masterarbeit aus dem Jahr 2025 holte zuletzt zum wiederholten Mal den ersten Platz beim Österreichischen Kongress für Radiologietechnologie.

Quelle: https://presse.fhwn.ac.at/news-niederoesterreichische-spitzenforschung-fuer-die-krebstherapien-von-morgen?id=245279&menueid=11330&l=deutsch

Bruker BioSpec 152/II MRT-Gerät in einem Labor
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