Filmtage gegen Antisemitismus in St. Pölten und Baden

Mathias FischerMathias Fischer
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Von 4. November bis 8. Dezember finden in St. Pölten und von 8. bis 29. November in Baden die Jüdischen Filmtage statt. Die Veranstalter wollen damit ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung setzen und an die Novemberpogrome 1938 erinnern, so der ORF.

Die Filmtage in St. Pölten und Baden widmen sich der jüdischen Geschichte und Gegenwart. Die Veranstalter betonen, dass sie an die Novemberpogrome von 1938 erinnern wollen, die in der Shoah endeten.

Dokumentarfilm mit Auschwitz-Überlebendem

Ein Höhepunkt des Programms ist der Dokumentarfilm „Leben und Überleben“. Er wird am 18. November in Baden und am 19. November in St. Pölten gezeigt. Nach der Vorführung ist jeweils ein Gespräch mit Erich Finsches, einem 97-jährigen Überlebenden von Auschwitz, und Regisseur Matthias Jaklitsch geplant.

Auch Regisseur Alexander Melach soll an den Gesprächen teilnehmen. Sein Vater war in Buchenwald inhaftiert. Melach bringe damit die Perspektive der nachfolgenden Generationen ein, heißt es von den Veranstaltern.

Jaklitsch hat Finsches über sechs Jahre lang bei Gedenkveranstaltungen, Schulbesuchen und auf gemeinsamen Reisen begleitet. Der Film blickt auf die Jugend des 97-Jährigen während der NS-Verfolgung und seinen schwierigen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg zurück.

Premiere und Friedhofsführung

Am 26. November steht an beiden Standorten die niederösterreichische Premiere von Melachs Film „Flow My Tears“ auf dem Programm. In St. Pölten gibt es zusätzlich am 15. November eine Führung über den Neuen Jüdischen Friedhof. Dabei stehen die jüdische Geschichte St. Pöltens, die jüdische Begräbniskultur sowie Porträts einzelner Gemeindemitglieder im Fokus.

Vielfältiges Filmprogramm

Weitere Filme ergänzen das Programm um unterschiedliche Perspektiven auf jüdische Geschichte und Gegenwart. „A Letter to David“ erzählt von Schauspieler David Cunio, der 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz entführt wurde. Claude Lanzmanns „Sobibór, 14 octobre 1943, 16 heures“ widmet sich dem Aufstand im NS-Vernichtungslager.

„Abschied ein Leben lang – Käthe Kratz“ blickt auf die Vertreibung jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner aus der Wiener Josefstadt zurück. „From Darkness to Light“ beleuchtet Jerry Lewis' nie vollendeten Film über den Holocaust, während Ernst Lubitschs „To Be or Not to Be“ eine Komödie über Widerstand gegen die Nationalsozialisten ist.

Zum Programm gehören auch „Coexistence, My Ass!“ über die israelische Komikerin Noam Shuster-Eliassi, „Sabbath Queen“ über einen queeren Rabbiner und „Rabbi Capoeira“ über das Aufeinandertreffen jüdischer Tradition und brasilianischer Kampfkunst. Als Kurzfilm wird „The Cave Synagogue“ gezeigt.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3378138/

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