austria.com

Firmenpleiten in Kärnten um fast ein Viertel gestiegen

Pia Prodinger
© vmh

Im ersten Halbjahr haben in Kärnten 231 Unternehmen Insolvenz angemeldet – ein Anstieg um fast ein Viertel. Besonders hart trifft es die Baubranche mit 34 Fällen sowie Gastronomie und Handel, so der Alpenländische Kreditorenverband.

Die gestiegenen Kosten für Energie, Löhne und Mieten der vergangenen Jahre sowie die schwache Kaufkraft haben die Kärntner Wirtschaft stark belastet. Zusätzlich verschärfte der Iran-Krieg die Situation. Mit 34 Insolvenzen führt die Baubranche die Statistik an, dahinter folgen Gastronomie, Beherbergung und der Handel.

Entspannung erst 2027 erwartet

Während sich die Lage im restlichen Österreich leicht bessert, nimmt die Zahl der Pleiten in Kärnten weiter zu. Der Höhepunkt sei noch nicht erreicht, erklärt Beatrix Jernej vom Alpenländischen Kreditorenverband. Man rechne mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen. Erst 2027 werde sich die Lage entspannen, wenn die Wirtschaft allmählich wieder wachse.

Gleichzeitig werden weniger Insolvenzverfahren eröffnet. Viele Firmen verfügen über weniger als 4.000 Euro Vermögen – zu wenig, um eine Sanierung überhaupt durchführen zu können.

PAYR-Gruppe und SK Austria Klagenfurt betroffen

Die meisten betroffenen Arbeitnehmer gab es bei der Insolvenz der PAYR-Gruppe in Patergassen mit 51 Mitarbeitern und beim SK Austria Klagenfurt mit 42 Mitarbeitern. Beim Fußballklub sei man zuversichtlich, dass der Sanierungsplan gelingt. Die Gläubiger hätten diesem mehrstimmig zugestimmt, so Jernej.

Bei der PAYR-Insolvenz laufe derzeit das Verwertungsverfahren. Es werde an einer übertragenen Sanierung gearbeitet, erklärte die Expertin.

Privatkonkurse rückläufig

Eine positive Entwicklung gibt es bei den Privatkonkursen: Im ersten Halbjahr mussten weniger Menschen Privatkonkurs anmelden als im Vorjahr. Trotz gestiegener Lebenshaltungskosten und hoher Inflation sei dies auf den robusten Arbeitsmarkt in Kärnten zurückzuführen, sagte Jernej.

Die Privatkonkurse gingen um vier Prozent zurück. Der Alpenländische Kreditorenverband erwartet auch künftig keine Zunahme in diesem Bereich.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3361720/

austria.com auf Google bevorzugen.