Fischsterben in Lavant: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Pia ProdingerPia Prodinger
Lavant: Verunreinigter Tropfen aus Rohr in Fluss, Fische in Netz, 8. März
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach einem Störfall in der Papierfabrik Mondi am 8. März floss Lauge über die Kläranlage in die Lavant und verursachte ein erhebliches Fischsterben. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt gegen den Konzern und einen Verantwortlichen wegen fahrlässiger Umweltbeeinträchtigung, so der ORF.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat weitere Zeugeneinvernahmen angeordnet. Die Ermittlungen richten sich gegen die Firma Mondi als Verband sowie gegen einen Verantwortlichen der Papierfabrik. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Beeinträchtigung der Umwelt.

Bei dem Vorfall am 8. März gelangte Lauge nach einem Störfall über den Kanal in die Kläranlage und von dort in die Lavant. Die Folge war ein erhebliches Fischsterben im Fluss. Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, steht bis heute nicht fest.

Befischung erst im Herbst möglich

Um das genaue Schadensausmaß zu ermitteln, muss der aktuelle Fischbestand mit der letzten Befischung vom Herbst 2024 verglichen werden, erklärte Günther Weichlinger, Leiter der Landes-Umweltabteilung. Die Lavant muss dafür mit Booten abgefischt werden. Wegen des niedrigen Wasserstandes ist das erst im Herbst möglich.

Ein ursprünglich befürchteter Totalausfall im Fischbestand sei laut Weichlinger nicht eingetreten. Im Natura 2000-Gebiet Untere Lavant sei Nachwuchs im Fluss zu finden. Auch der Bestand an Kleinstlebewesen im Boden sei intakt.

Stift fordert Schadenswiedergutmachung

Das fischereiberechtigte Stift St. Paul wartet zunehmend ungeduldig auf einen Vorschlag von Mondi zur Schadenswiedergutmachung. Wirtschaftsdirektor Hans Steiner drängt auf eine Lösung.

Der Papierkonzern teilte auf ORF-Anfrage mit, man arbeite in enger Abstimmung mit den Behörden an einem mehrstufigen Maßnahmenpaket. Man wolle den Ergebnissen der behördlichen Untersuchungen jedoch nicht vorgreifen.

Zusätzlich zu den strafrechtlichen Ermittlungen ist bei der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg ein Verfahren nach der Umwelthaftungsrichtlinie anhängig. Wegen des hohen Aufwandes werde dieses noch Monate dauern, sagte Bezirkshauptmann Georg Fejan.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3363964/

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