Flughafen Wien steigert Gewinn um sieben Prozent

Mathias FischerMathias Fischer
© Frederick Sams/sams-foto.com (Symbolbild)

Der Flughafen Wien hat im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 123,2 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 7,0 Prozent, so der ORF.

Der Flughafen Wien hat am Mittwoch seine Halbjahreszahlen präsentiert. Der Nettogewinn kletterte um 7,0 Prozent auf 123,2 Millionen Euro. Das Unternehmen führt das Ergebnis auf Kostendisziplin und ein starkes Geschäft an den Auslandsstandorten zurück, die den Rückgang in Schwechat kompensierten. Der Umsatz blieb mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent bei 529,3 Millionen Euro nahezu stabil.

Das EBIT verbesserte sich um 9,1 Prozent auf 159,4 Millionen Euro, nachdem es im ersten Halbjahr 2025 bei 146,1 Millionen Euro gelegen hatte. Die Investitionen erhöhten sich von 140,2 Millionen auf 150,8 Millionen Euro. Das größte Projekt war die Terminal-3-Süderweiterung am Standort Wien mit 59,6 Millionen Euro, die im zweiten Quartal 2027 eröffnet werden soll.

Auslandsstandorte treiben Wachstum

Die gesamte Flughafen-Wien-Gruppe verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Passagieraufkommen von 19.975.392 – ein Plus von 1,9 Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Auslandsbeteiligungen: Der Flughafen Malta legte um 15,6 Prozent auf 5.247.403 Passagiere zu, der Flughafen Kosice verzeichnete ein Wachstum von 43,5 Prozent auf 460.245 Reisende.

In Wien-Schwechat gab es hingegen einen Rückgang um 3,2 Prozent auf 14.267.744 Passagiere. Als Ursachen nannte das Unternehmen die Reduktion des Low-Cost-Angebots sowie Auswirkungen des Nahost-Konflikts.

Von Jänner bis Juli stieg das Passagieraufkommen in der Gruppe um 1,6 Prozent auf 24.446.132. Am Standort Wien sank die Zahl um 3,5 Prozent auf 17.395.920 Passagiere. Die Flugbewegungen in Wien gingen im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent auf 107.709 zurück, während der durchschnittliche Sitzladefaktor um 1,7 Prozentpunkte auf 79,3 Prozent zulegte. Das Frachtaufkommen in Wien erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 154.276 Tonnen.

Jahresprognose nach oben korrigiert

Aufgrund der positiven Entwicklung an den Auslandsstandorten hat der Flughafen Wien seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Für die gesamte Gruppe werden nun rund 42,5 Millionen Passagiere erwartet, zuvor waren 41,5 Millionen prognostiziert worden. Für den Standort Wien rechnet das Unternehmen mit rund 30,5 Millionen Passagieren statt bisher 30 Millionen.

Der Umsatz soll rund 1,08 Milliarden Euro erreichen, bisher waren 1,05 Milliarden Euro veranschlagt. Das EBITDA wird mit 425 Millionen Euro beziffert. Beim Nettoergebnis vor Minderheiten wird ein Anstieg auf rund 220 Millionen Euro erwartet, nach Minderheiten sollen es 190 Millionen Euro sein.

Kooperation mit Bundesheer geplant

Am Mittwoch wurde zudem eine künftige Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen Wien und der Heereslogistikschule des Bundesheeres angekündigt. Die Kooperation soll Bereiche wie Luftfracht, Technik, Krisenlogistik und Ausbildung umfassen. Der Austausch soll beiden Seiten zugutekommen und neue Möglichkeiten bei Schulungen, Nachwuchsarbeit und gemeinsamen Übungen eröffnen.

Der Flughafen Wien verfüge als zentrale Drehscheibe für zivile Luftfracht über umfassende Expertise im Logistikbereich. „Wenn es darauf ankommt, muss Logistik funktionieren – schnell, sicher und zuverlässig“, wird Flughafen-Vorstand Günther Ofner in einer Aussendung zitiert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ergänzt: „Eine leistungsfähige Militärlogistik ist die Grundlage für Überlebensfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit unserer Streitkräfte.“

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3367579/

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