Flugpolizei Klagenfurt: Waldbrandeinsätze um 400 Prozent gestiegen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Polizei-Helikopter löscht Waldbrand mit Wasserbehälter im Gebirge, 400% Anstieg.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Flugeinsatzstelle des Innenministeriums am Flughafen Klagenfurt verzeichnete heuer deutlich mehr Waldbrandeinsätze als im Vorjahr. Das Team ist rund um die Uhr einsatzbereit und kann innerhalb von fünf Minuten starten.

Die Waldbrandsaison in Kärnten war heuer außergewöhnlich fordernd: Die Flugeinsatzstelle des Bundesministeriums für Inneres (BMI) am Flughafen Klagenfurt musste zu deutlich mehr Waldbrandeinsätzen ausrücken als im Vorjahr. Die Zahl der Waldbrandbekämpfungen stieg um rund 400 Prozent. Im Durchschnitt fliegt das Team drei Einsätze pro Tag – von sicherheitspolizeilichen Aufgaben über Such- und Rettungseinsätze bis zur Bewältigung von Naturkatastrophen.

Josef Samonig, Leiter der Flugeinsatzstelle Klagenfurt, erklärt: „Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Neben sicherheitspolizeilichen Einsätzen unterstützen wir auch bei Katastrophen und Elementarereignissen im Rahmen der Ersten Allgemeinen Hilfeleistungspflicht gemäß Sicherheitspolizeigesetz. Dazu zählen beispielsweise Waldbrandbekämpfung sowie Lawinen- und Hochwassereinsätze“.

Besondere Herausforderungen stellte der große Waldbrand im Lesachtal dar. Die Einsatzkräfte können innerhalb von etwa fünf Minuten starten, der Dienstbetrieb läuft rund um die Uhr.

Einer von drei Schwerpunktstandorten in Österreich

Neben Wiener Neustadt und Salzburg ist der Flughafen Klagenfurt einer von drei Schwerpunktstandorten der Flugpolizei in Österreich. Dauerhaft stationiert sind zwei BMI-Hubschrauber der Typen AS350 B3 und EC135. Bei größeren Einsatzlagen können zusätzliche Maschinen aus anderen Bundesländern angefordert werden.

Der Standort bietet die Infrastruktur eines Verkehrsflughafens: Bodeneinrichtungen, Flugsicherung und Instrumentenlandesystem (ILS) ermöglichen sichere Starts und Landungen auch bei eingeschränkter Sicht. Von Klagenfurt aus kommt man schnell in die alpinen Einsatzgebiete Kärntens. Bei Bedarf hilft die Flugeinsatzstelle auch in anderen Bundesländern und über die Grenze hinweg. Zum Beispiel war sie 2022 beim großen Waldbrand in Nova Gorica/Slowenien im Einsatz.

Hochspezialisiertes Team mit besonderen Qualifikationen

Das Team besteht aus sieben Piloten und 14 Flight/FLIR Operatoren. Letztere sind Flugretter und ausgebildete Polizei-Bergführer mit besonderen Qualifikationen für Einsätze im alpinen Gelände. Der Dienstbeginn umfasst die Tageskontrolle des Hubschraubers, die Wettervorbereitung, Weight & Balance Berechnungen sowie Briefings mit der Tagescrew und weitere administrative Tätigkeiten.

Wer Flugpolizeipilot werden will, beginnt mit der Polizeiausbildung. Danach gibt es ein Auswahlverfahren in mehreren Stufen. Anschließend dauert die Ausbildung etwa drei bis vier Jahre. Zurzeit werden fünf angehende Piloten am Standort Klagenfurt weiter ausgebildet. Sie üben unter anderem Außenlandungen im hochalpinen Gelände.

Samonig betont: „Von rund 32.500 Exekutivbediensteten in Österreich sind nur rund 42 als Hubschrauberpiloten, davon 2 Pilotinnen, tätig. Dazu kommen derzeit fünf Piloten in Ausbildung. Das zeigt, wie spezialisiert diese Tätigkeit ist und welchen Stellenwert eine umfassende Ausbildung und laufendes Training haben“.

Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen

Bei den Einsätzen ist es sehr wichtig, dass die Flugpolizei mit der Landespolizeidirektion Kärnten zusammenarbeitet. Das gilt auch für andere Blaulichtorganisationen, Behörden und Bedarfsträger. Feuerwehr, Bergrettung, Wasserrettung, Rotes Kreuz und weitere Einsatzorganisationen arbeiten regelmäßig mit ihr zusammen.
Im alpinen Gelände sind die Bedingungen oft schwierig. Das Wetter wechselt schnell, es gibt Wind, das Terrain ist heikel und die Sicht ist eingeschränkt. Deshalb braucht es Erfahrung, Genauigkeit und eine sehr gute Vorbereitung. Samonig erklärt: „Unsere Einsätze finden oft unter anspruchsvollen Bedingungen statt und verlangen rasche Entscheidungen, hohe fliegerische Präzision und großes Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig muss jeder Handgriff im Team sitzen. Genau diese Kombination aus Können, Verantwortung und Teamarbeit macht die Tätigkeit für mich so besonders“.

Flughafen-Geschäftsführer Maximilian Wildt betont: „Ein Flughafen ist weit mehr als ein Ort für Passagier- und Linienverkehr. Gerade beim Thema Sicherheit zeigt sich die Bedeutung einer leistungsfähigen Infrastruktur und starker Partner. Die Flugeinsatzstelle des Innenministeriums ist ein wichtiger Teil dieses Sicherheitsnetzwerks. Wir sind stolz, dass Klagenfurt einer von drei Schwerpunktstandorten der Flugpolizei in Österreich ist“.

Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber ergänzt: „Die Flugeinsatzstelle ist ein Beispiel dafür, wie wichtig der Flughafen Klagenfurt nicht nur für Wirtschaft und Tourismus, sondern vor allem auch für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Gerade in Notfällen, die für die Flugeinsatzstelle des BMI an der Tagesordnung sind, hat der Flughafen Klagenfurt eine zentrale Rolle als kritische Verkehrsinfrastruktur in unserem Bundesland“.

Quelle: https://www.klagenfurt-airport.at/de/presse-kontakt/pressemitteilungen/detail/sicherheit-aus-der-luft-die-flugpolizei-am-flughafen-klagenfrut

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