Forscher brachten Asien-Expertise ins Stiftsgymnasium

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gruppe von Menschen in der Stiftsbibliothek Admont, Steiermark
© uibk.ac.at

Wissenschafter der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften besuchten Mitte Oktober das Stift Seitenstetten. Neben Workshops mit Schülern standen historische Sammlungen und ein öffentlicher Vortrag auf dem Programm.

Mitglieder des Exzellenzclusters „EurAsian Transformations“ verbrachten am 15. und 16. Oktober 2026 zwei Tage in Stift und Stiftsgymnasium Seitenstetten im niederösterreichischen Mostviertel. Die Kooperation zwischen der Universität Innsbruck, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Bildungseinrichtung sollte Wissenschaft in die Schule bringen und zugleich Anstöße für künftige Forschungsarbeiten liefern.

Klosterführung mit historischen Schätzen

P. Benedikt Resch OSB und Stiftsarchivar Markus Bürscher führten durch das 1112 gegründete Kloster. Bereits das Deckenfresko auf der Abteistiege von Bartolomeo Altomonte zeigte den thematischen Schwerpunkt: Es stellt Ordensgründer Benedikt von Nursia im Triumphwagen dar, umgeben von vier Erdteilen.

Besonders beeindruckten die naturhistorischen Sammlungen des Stiftes, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Neben dem Mineralienkabinett wurden in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Conchylien-Sammlung, eine paläontologische Sammlung sowie eine entomologische Sammlung mit mehreren tausend Stücken wiederentdeckt. Auch die Stiftsbibliothek mit wertvollen Handschriften und Drucken stand auf dem Programm.

Öffentlicher Vortrag über Imperien

Robert Rollinger vom Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik hielt am Abend in der Reihe „Historische Gespräche“ einen gut besuchten öffentlichen Vortrag zum Thema „Imperien einst und jetzt“. Er veranschaulichte Entwicklungen und Kontinuitäten von der Antike bis zur Gegenwart und stellte Bezüge zum Bildprogramm des barocken Benediktinerstiftes her.

Markus Bürscher zeigte anhand ausgewählter Druckwerke aus der Stiftsbibliothek, wie sich der universelle Wissensanspruch in der Sammlungspolitik der Seitenstettner Äbte niederschlug.

Workshops mit Schülern

Am Freitag arbeiteten vier Forscher des Exzellenzclusters mit Schülern der sechsten bis achten Klassen in Workshops. Christine Frank vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv verglich europäische und japanische Märchen. Michaela Wiesinger vom Institut für Germanistik präsentierte Reise- und Missionarsberichte aus Japan. Florian Schwarz vom Institut für Iranistik der ÖAW gab Einblicke in die Gesellschaft des Irans durch Kunst und Musik. Ulrike Tanzer vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv diskutierte das Verhältnis von Geschichte und Literatur am Beispiel von Georg Trakls Gedicht „Grodek“.

Abschluss auf dem Sonntagberg

Zum Abschluss des Besuchs ging es auf einen Ausflug zur Basilika Sonntagberg. Dort sieht man zum Beispiel den sogenannten chinesischen Ornat aus persischer Seide in der Schatzkammer. Auch der sogenannte Türkenbrunnen erinnert an die osmanischen Kriege. Diese Stücke zeigen, wie wechselhaft die Beziehung zwischen Europa und Asien über Jahrhunderte war.

Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/kooperationsprojekt-wissenschaft-trifft-schule

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