FPÖ fordert Rücktritte nach Lagerhaus-Schließung

Die Schließung des Lagerhaus-Technikcenters Thomasberg in der Buckligen Welt sorgt für politischen Wirbel. FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner verlangt den Rücktritt von Vorstand und Aufsichtsrat und kritisiert die Informationspolitik scharf.
Das Lagerhaus-Technikcenter Thomasberg in der Buckligen Welt wird geschlossen. Diese Entscheidung löst heftige Kritik von FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner aus. Er wirft ÖVP und Bauernbund vor, Regionalität nur zu predigen, während tatsächlich Standorte und Arbeitsplätze verschwinden würden.
Besonders die Art der Kommunikation empört den Nationalratsabgeordneten. Öffentlich sei lediglich von einer Konzentration auf das Tankstellengeschäft die Rede gewesen. Die Schließung des Technikcenters sei nicht klar kommuniziert worden. Schmiedlechner stellt die Frage, welche weiteren Standorte auf der Streichliste stehen und warnt, dass mit jedem geschlossenen Standort der ländliche Raum Arbeitsplätze, Dienstleistungen und wirtschaftliche Infrastruktur verliere.
Rücktrittsforderung an Führungsgremien
Schmiedlechner nimmt die genossenschaftlichen Verantwortungsträger ins Visier, darunter Peter Stangl, Johann Mayrhofer, Martina Karnthaler und Ernestine Hadl. Aufsicht bedeute aufpassen und nicht wegschauen, so der FPÖ-Politiker. Wer über Jahre Verantwortung trage, müsse sich an den Ergebnissen messen lassen. Angesichts der Entwicklung sei der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat rücktrittsreif.
Die betroffenen Mitarbeiter, Bauern und Kunden hätten ein Recht auf eine Erklärung, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und welche Maßnahmen zur Verhinderung der Schließungen gesetzt wurden.
Geschäftsführung in der Kritik
Auch Harald Herber, Geschäftsführer der Raiffeisen-Lagerhaus GmbH in Bruck an der Leitha, sowie Regionalleiter und Spartenleiter werden von Schmiedlechner in die Pflicht genommen. Er fragt, warum Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren, während auf der Führungsebene offenbar alles beim Alten bleibe.
Der FPÖ-Agrarsprecher fordert eine umfassende Überprüfung der operativen Führung und ihrer Entscheidungen. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, während jene, die möglicherweise gravierende Managementfehler begangen haben, einfach weitermachen. Werden Fehlentscheidungen nachgewiesen, müssten die verantwortlichen Geschäftsführer, Regionalleiter und Spartenleiter ihre Funktionen verlieren.
Verdacht auf Immobiliengeschäfte
Schmiedlechner verlangt eine unabhängige Prüfung der wirtschaftlichen Grundlagen der Schließungen. Er stellt die Frage, ob Umsätze, Kosten oder Erträge zwischen Standorten verschoben wurden und ob die ausgewiesenen Verluste tatsächlich dort entstanden sind, wo jetzt zugesperrt wird. Zudem äußert er den Verdacht, dass möglicherweise wirtschaftlich lebensfähige Standorte geschlossen werden, weil ihre Grundstücke und Immobilien besonders lukrativ verkauft werden könnten.
Der Nationalratsabgeordnete verlangt die Offenlegung der Standortergebnisse, internen Verrechnungen, Immobilienbewertungen und möglicher Verkaufspläne. Bevor funktionierende regionale Strukturen unwiederbringlich verloren gehen, müsse ausgeschlossen werden, dass Standorte auf dem Papier schlechtgerechnet werden, um anschließend ihre Immobilien zu versilbern.
Forderungen an ÖVP Niederösterreich
Auch die ÖVP Niederösterreich müsse erklären, welchen Stellenwert die regionale Versorgung und die Sicherung von Arbeitsplätzen tatsächlich hätten. Schmiedlechner fordert ein nachvollziehbares Standortkonzept, eine unabhängige Prüfung der wirtschaftlichen Entscheidungen und konkrete Verhandlungen zur Erhaltung wirtschaftlich lebensfähiger Standorte. Für unvermeidbare Kündigungen müsse es einen umfassenden Sozialplan mit fairen Abfertigungen und Unterstützung für die betroffenen Mitarbeiter geben.
Abschließend stellt der FPÖ-Agrarsprecher klar: Die Mitarbeiter hätten ihre Arbeit gemacht, die Bauern und Kunden dem Lagerhaus jahrzehntelang die Treue gehalten. Jetzt sollen ausgerechnet sie die Zeche bezahlen. Wer Verantwortung übernimmt, müsse auch dafür geradestehen, statt andere für seine Entscheidungen bezahlen zu lassen.
Quelle: OTS
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