FPÖ fordert Stärkung ländlicher Regionen für Pflege

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei einem Treffen des europäischen Sozialnetzwerks ELISAN in Belluno stand die Zukunft ländlicher Regionen im Mittelpunkt. Der freiheitliche Abgeordnete Christian Ragger betonte das „Recht zu bleiben“ – Menschen sollen in ihrer Heimat leben und alt werden können.

In der italienischen Stadt Belluno fand ein internationales Treffen des europäischen Sozialnetzwerks ELISAN statt. Dabei diskutierten Verantwortungsträger aus mehreren Ländern über demografische Veränderungen, soziale Infrastruktur und Inklusionspolitik. Im Zentrum stand die Frage, wie Menschen auch im ländlichen Raum in ihrer Heimat leben, arbeiten und alt werden können.

Der freiheitliche Behinderten- und Pflegesprecher Christian Ragger, der auch als ELISAN-Generalsekretär fungiert, nahm an der Veranstaltung teil. Neben ihm waren unter anderem María José Rico Llorca, Präsidentin von ELISAN und Generaldirektorin des Valencianischen Instituts für Soziale Dienste IVASS, sowie die Soziallandesrätin des Veneto und ELISAN-Vizepräsidentin Paola Roma anwesend. Auch der steirische Soziallandesrat Hannes Amesbauer beteiligte sich am Austausch.

Gespräch mit EU-Kommissionsvizepräsident

Ein Schwerpunkt lag auf dem Austausch mit Raffaele Fitto, Exekutiver Vizepräsident der Europäischen Kommission für Kohäsion und Reformen. Fitto ist in der Kommission unter anderem für Kohäsionspolitik und Investitionen zur Stärkung europäischer Regionen zuständig.

„Europa darf sich nicht darin erschöpfen, Programme in Brüssel zu beschließen. Entscheidend ist, ob die Mittel am Ende des Tages auch dort ankommen, wo die Menschen leben und wo konkrete Herausforderungen gelöst werden müssen“, erklärte Ragger. Ländliche Regionen benötigten Investitionen in soziale Infrastruktur, Pflege, Inklusion, leistbares Wohnen und regionale Entwicklung. Im Gespräch mit Fitto sei es auch darum gegangen, welche europäischen Fördermöglichkeiten besser genutzt werden könnten.

Projekt „House of Abilities“ als Vorbild

Als konkretes Beispiel wurde in Belluno das Projekt „House of Abilities“ vorgestellt. Die von der Stadt Belluno entwickelte Initiative verbindet soziale Innovation, Barrierefreiheit, die Förderung persönlicher Fähigkeiten und regionale Entwicklung. Die Teilnehmer berieten darüber, wie solche Modelle auf andere europäische Regionen übertragen und an regionale Bedürfnisse angepasst werden können.

Ragger forderte, Sozialpolitik viel stärker mit Regionalentwicklung zu verknüpfen: „Wenn Pflege, Betreuung, Assistenz, Arbeitsplätze oder geeigneter Wohnraum am Land fehlen, sind Menschen und oftmals ganze Familien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.“ Das „Recht zu bleiben“ müsse ernst genommen werden. Ziel sei es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen auch im ländlichen Raum selbstbestimmt leben können.

Potenzial für Kärnten und Steiermark

Für Österreich und insbesondere für Regionen wie Kärnten und die Steiermark sieht Ragger großes Potenzial im europäischen Erfahrungsaustausch. In vielen europäischen Regionen gebe es bereits funktionierende Projekte. Die Aufgabe sei es, diese Erfahrungen anzuschauen, erfolgreiche Modelle auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen und dafür zu sorgen, dass vorhandene europäische Fördermittel auch tatsächlich für konkrete Verbesserungen vor Ort eingesetzt werden.

Quelle: OTS

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