FPÖ fordert Transparenz bei Lagerhaus-Schließungen

Mathias FischerMathias Fischer
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Der freiheitliche Agrarsprecher Peter Schmiedlechner verlangt Aufklärung über die Schließung mehrerer Lagerhaus-Standorte. Er kritisiert die ÖVP und den Bauernbund scharf und fordert personelle Konsequenzen in der Lagerhaus-Führung.

Peter Schmiedlechner, Agrarsprecher der FPÖ, hat der ÖVP und dem Bauernbund vorgeworfen, bei den Schließungen von Lagerhaus-Filialen zu schweigen. Der Nationalratsabgeordnete reagierte damit auf Kritik von ÖVP-Landtagsabgeordnetem Hermann Hauer, der ihm Poltern vorgeworfen hatte. Schmiedlechner wies dies zurück: Transparenz zu verlangen sei kein Poltern, sondern notwendig.

Der freiheitliche Mandatar stellte konkrete Fragen zur Taskforce Wirtschaft, die als Genehmigungsturbo angekündigt worden war. Was diese Taskforce für die betroffenen Standorte Aspang, Pernitz und Thomasberg tatsächlich erreicht habe, bleibe unklar. Welche Arbeitsplätze dadurch gesichert worden seien, müsse beantwortet werden.

Verflechtungen zwischen Politik und Lagerhaus

Schmiedlechner verwies auf die engen Verbindungen zwischen Bauernbund, Lagerhaus-Führung und Gemeindepolitik. Bezirksbauernkammerobmann Thomas Handler sei gleichzeitig geschäftsführender Gemeinderat in Thomasberg. Lagerhaus-Obmann Peter Stangl fungiere als ÖVP-Gemeinderat in Warth und trete regelmäßig bei Veranstaltungen der bäuerlichen Interessenvertretung auf.

Die Frage sei, wer wann von den Schließungsplänen gewusst habe. Warum die Gemeinde Thomasberg nach eigenen Angaben überrascht worden sei, müsse geklärt werden. Auch die Bezirksbauernkammerobmänner Manuel Zusag und Thomas Handler müssten darlegen, welche Schritte sie zur Erhaltung der regionalen Strukturen gesetzt hätten.

Vier-Punkte-Forderung der FPÖ

Der FPÖ-Agrarsprecher stellte vier konkrete Forderungen auf:

  1. Vollständige Transparenz: Die wirtschaftlichen Ergebnisse aller betroffenen Filialen der vergangenen fünf Jahre sollen offengelegt werden, inklusive Umsätzen, Kosten, Gewinnen, Verlusten und internen Verrechnungen.
  2. Unabhängige Prüfung: Die Schließungsentscheidungen, mögliche Kostenverschiebungen, Immobilienbewertungen, Verkaufspläne und wirtschaftliche Alternativen sollen kontrolliert werden.
  3. Personelle Konsequenzen: Die verantwortlichen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sollen zurücktreten. Auch Geschäftsführer Harald Herber sowie die zuständigen Regional- und Spartenleiter müssten ihre Entscheidungen verantworten. Bei nachgewiesenen schwerwiegenden Managementfehlern seien personelle Konsequenzen notwendig.
  4. Schutz von Standorten und Mitarbeitern: Wirtschaftlich lebensfähige Filialen und regionale Dienstleistungen sollen erhalten bleiben. Für unvermeidbare Kündigungen wird ein umfassender Sozialplan verlangt. ÖVP und Bauernbund müssten offenlegen, welche konkreten Schritte sie dazu unternommen hätten.

Kritik an Landeshauptfrau Mikl-Leitner

Schmiedlechner richtete seine Kritik auch an die für Wirtschaft zuständige ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Was sie zum Verlust von Arbeitsplätzen und zur zunehmenden Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Raum sage, bleibe offen. Wo ihre konkreten Maßnahmen zur Sicherung regionaler Betriebe und Arbeitsplätze seien, müsse sie beantworten.

„Wer Verantwortung trägt, muss auch dafür geradestehen“, betonte der FPÖ-Politiker. Kunden, Bauern und Mitarbeiter dürften nicht für mögliche Fehlentscheidungen zahlen. Regionalität dürfe nicht bei Sonntagsreden enden, während vor Ort die Rollläden heruntergingen.

Quelle: OTS

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