FPÖ kritisiert Ausschluss von Korporationen beim Ledersprung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Elisabeth Köstinger in Tracht mit Hirschgeweih-Broschen auf dunkelgrauem Hintergrund
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Die Montanuniversität Leoben hat das „Ledersprungabkommen“ mit zwölf Studentenkorporationen gekündigt. Die FPÖ übt scharfe Kritik an der Entscheidung und warnt vor wirtschaftlichen Folgen für die Stadt.

Rektor Peter Moser hat den zwölf Korporationen an der Montanuniversität Leoben mit einem Schreiben die Kündigung des „Ledersprungabkommens“ mit sofortiger Wirkung mitgeteilt. Die Studentenverbindungen und Burschenschaften, die bisher abwechselnd als Mitveranstalter des traditionellen Aufnahmeritus in den Bergmannsstand fungierten, sind damit von der Organisation ausgeschlossen.

FPÖ sieht Vielfalt gefährdet

Eva Maria Kroismayr-Baier, Wissenschaftssprecherin der FPÖ im Landtag, bezeichnet die Entscheidung als bedauerlich. „Die Vielfalt der Wissenschaft und des universitären Lebens darf sich nicht nur auf ausgewählte Gruppen beschränken. Sie muss auch dann Gewicht haben, wenn es darum geht, die traditionell gewachsenen Strukturen der Studentenverbindungen zu erhalten, die das akademische Leben in Leoben über Generationen mitgeprägt haben“, so Kroismayr-Baier. Wer von Offenheit und gegenseitigem Respekt spreche, solle nicht gleichzeitig langjährige Partner per Schreiben ausschließen.

Das Rektorat begründet den Schritt mit dem Ziel, den Ledersprung künftig als inklusives Gemeinschaftserlebnis zu gestalten. Die FPÖ hält diese Argumentation für verfehlt. Der Ledersprung habe bereits bisher allen Studienanfängern offengestanden – unabhängig von Herkunft oder Geschlecht. Auch Frauen seien selbstverständlich über das Leder gesprungen, erklärt Florian Wernbacher, Vizebürgermeister von Leoben (FPÖ). Die Vielfalt, die man nun angeblich erst herstellen wolle, sei längst gegeben gewesen.

Sorge um Wirtschaftsstandort

Wernbacher zeigt sich besorgt über mögliche Folgen für die Stadt. Aus den Reihen der Korporationen werde bereits über einen Boykott oder sogar eine Gegenveranstaltung nachgedacht. Der Ledersprung rund um den Barbaratag bringe jedes Jahr zahlreiche Gäste nach Leoben. Davon profitierten Hotels, Gastronomie und viele heimische Betriebe. Komme es durch die einseitige Auflösung der Vereinbarung zu einem Boykott, schade das nicht nur der Veranstaltung, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort, warnt der Vizebürgermeister.

Statt Fakten im Alleingang zu schaffen, brauche es jetzt den Dialog, fordern Kroismayr-Baier und Wernbacher. Das Rektorat sei gefordert, gemeinsam mit der ÖH und allen Korporationen an einen Tisch zurückzukehren und eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Der Ledersprung lebe vom Miteinander – genau dieses Miteinander müsse auch bei seiner Zukunft im Mittelpunkt stehen.

Quelle: https://www.fpoe-stmk.at/blog/detail/ledersprung-muss-als-gewachsene-tradition-gemeinsam-mit-allen-beteiligten-erhalten-bleiben

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