FPÖ kritisiert geplante ORF-Senderabschaltungen in Kärnten

Die FPÖ Kärnten übt scharfe Kritik an den geplanten Abschaltungen von ORF-Sendeanlagen. Laut Medienberichten soll rund ein Fünftel des terrestrischen Sendernetzes in Österreich stillgelegt werden, besonders betroffen ist der ländliche Raum.
Die FPÖ Kärnten reagiert mit scharfer Kritik auf die geplanten Abschaltungen zahlreicher ORF-Sendeanlagen. Wie die „Kronen Zeitung“ berichtete, soll etwa ein Fünftel des terrestrischen Sendernetzes für Fernsehen und UKW-Radio in Österreich stillgelegt werden. Besonders stark betroffen ist dabei der ländliche Raum.
In Kärnten sollen laut den veröffentlichten Listen unter anderem Sendeanlagen in Arriach, Guttaring, Hüttenberg, Liebenfels, Maria Wörth, Straßburg, St. Lorenzen und Techendorf abgeschaltet werden. Die Abschaltungswelle droht mit 18. August.
Kritik an fehlender Information
Erwin Angerer, FPÖ-Klubobmann, kritisiert das Vorgehen scharf: „Sender abschalten und trotzdem weiter kassieren – das ist offenbar das neue Motto des ORF“, so Angerer. Tausende Kärntner würden weiterhin verpflichtend die ORF-Haushaltsabgabe zahlen, während ihnen gleichzeitig die Versorgung abgedreht werde. Dass die betroffenen Menschen darüber offenbar nicht einmal entsprechend informiert wurden, setze dem Ganzen die Krone auf.
Österreichweit sollen rund 64.000 Menschen von den Abschaltungen betroffen sein. Bemerkenswert sei, dass erneut der ländliche Raum die Last trage – in Wien soll laut Angaben keine einzige Anlage betroffen sein. Statt bei Strukturen, Spitzengehältern und Privilegien anzusetzen, spare der ORF auf Kosten der Bevölkerungsversorgung – so die Kritik.
Warnung vor Auswirkungen im Katastrophenfall
Josef Ofner, Klubobmann-Stellvertreter und Bürgermeister, dessen Gemeinde ebenfalls von den Senderabschaltungen betroffen ist, warnt vor den Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Gerade in einem Bundesland wie Kärnten mit seinen vielen Tälern und abgelegenen Regionen sei eine flächendeckende terrestrische Versorgung von besonderer Bedeutung.
Bei Unwettern, Hochwasser, Stromausfällen oder anderen Katastrophen könnten Radio und Fernsehen eine wichtige Informationsquelle für die Bevölkerung sein. Jahrelang sei erklärt worden, dass genau diese Versorgung im Krisen- und Katastrophenfall eine wesentliche Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei. Wenn der ORF nun ausgerechnet im ländlichen Raum Sender abdreht, führe er seine eigene Argumentation ad absurdum, so Ofner.
Für Angerer und Ofner zeigen die Abschaltungen den dringenden Reformbedarf beim ORF. Es könne nicht sein, dass die Kärntner zwangsweise zur Kasse gebeten werden, während gleichzeitig Leistungen und Versorgung zurückgefahren werden. Die ORF-Zwangsgebühr gehöre endlich abgeschafft, fordern die beiden FPÖ-Politiker.
Quelle: OTS
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