FPÖ kritisiert Wiener Linien wegen Tariferhöhung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Jahreskarte kostet 506,40 Euro, mit 39 Euro Aufpreis gegen 1,8 Mio. Euro für ein Gebäude
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss wirft den Wiener Linien vor, überteuerte Immobilienkäufe auf die Fahrgäste abzuwälzen. Die Jahreskarte kostet bei monatlicher Abbuchung mittlerweile 506,40 Euro – ein Anstieg von fast neun Prozent.

Der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss übt scharfe Kritik an der Preis- und Ausgabenpolitik der Wiener Linien. Die Jahreskarte bei monatlicher Abbuchung sei auf 506,40 Euro gestiegen – das entspreche einem Plus von 39 Euro oder knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig seien für zwei Liegenschaften im Zusammenhang mit dem U5-Ausbau insgesamt rund 1,8 Millionen Euro mehr bezahlt worden als die gutachterlich ermittelten Verkehrswerte.

„Bei Grundstückskäufen sitzt das Geld offenbar locker, bei den Fahrgästen wird dafür umso kräftiger abkassiert“, so Krauss. Er sieht darin einen grundlegenden Widerspruch in der Unternehmenspolitik.

Millionenaufschläge bei Liegenschaftskäufen

Für die Liegenschaft Elterleinplatz 8 hätten die Wiener Linien 7,40 Millionen Euro netto bezahlt, obwohl der ermittelte Verkehrswert bei 6,06 Millionen Euro gelegen sei – ein Aufschlag von 22,1 Prozent. Auch beim Objekt Währinger Gürtel 41 habe der Kaufpreis um 470.000 Euro über dem Gutachterwert gelegen.

Krauss stellt die Frage, warum Millionen über den ermittelten Werten ausgegeben würden, während gleichzeitig jene Menschen stärker belastet würden, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien. Für viele Wienerinnen und Wiener sei die Jahreskarte keine Luxusfrage, sondern notwendig, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gelangen. Menschen mit geringem Einkommen müssten sich ihre Mobilität vom Mund absparen.

Vorwurf des Wortbruchs an Bürgermeister

Besonders enttäuschend sei, dass Bürgermeister Ludwig den Wienerinnen und Wienern versprochen habe, die Karte nicht zu erhöhen, und nun bereits zum zweiten Mal wortbrüchig geworden sei. „Auf die Zusagen dieses Bürgermeisters ist offenbar genauso wenig Verlass wie auf die Pünktlichkeit seiner Wiener Linien“, kritisiert der FPÖ-Klubobmann.

Als Verhöhnung bezeichnet Krauss zudem den Digitalrabatt: Wer die Jahreskarte digital nutze, zahle weniger. Wer eine klassische Karte benötige oder bevorzuge, müsse mehr bezahlen. Ausgerechnet ältere Menschen und technisch weniger versierte Fahrgäste würden damit zusätzlich benachteiligt.

Kritik an Servicequalität

Die Preispolitik stehe in krassem Widerspruch zur gebotenen Servicequalität, so Krauss. Die Wienerinnen und Wiener sollten immer mehr bezahlen, während sie sich mit Verspätungen, überfüllten Garnituren und Störungen herumschlagen müssten. „Mehr Geld für weniger Verlässlichkeit und gleichzeitig millionenschwere Aufschläge bei Immobilienkäufen. Das ist den Fahrgästen nicht mehr zuzumuten“, so der FPÖ-Klubobmann.

Quelle: OTS

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