FPÖ-Nepp kritisiert Fernwärme-Pläne der Stadt Wien

Die FPÖ Wien lehnt einen möglichen Anschlusszwang an das Fernwärmenetz ab. Stadtrat Dominik Nepp fordert, dass Wiener weiterhin selbst entscheiden dürfen, ob sie mit Gas oder Fernwärme heizen.
Dominik Nepp, Chef der FPÖ Wien, wirft Bürgermeister Michael Ludwig vor, Bürger und Betriebe in die Fernwärme drängen zu wollen. Die Bundeswettbewerbsbehörde habe in ihrem Abschlussbericht zum Fernwärmemarkt festgestellt, dass Kunden nach einem Anschluss praktisch nicht mehr wechseln können. Die Behörde empfehle ausdrücklich, Anschlusszwänge zu vermeiden.
Freie Wahl bei Heizsystem gefordert
Nepp verlangt, dass die SPÖ Wien ihre Pläne zurücknimmt. „Es geht den Bürgermeister nichts an, ob die Wiener lieber mit Gas oder Fernwärme heizen wollen“, wird der Stadtrat zitiert. Wer seine Gasheizung weiter nutzen möchte, müsse das auch künftig dürfen. „Ein gutes Angebot braucht keinen Anschlusszwang“, so Nepp.
Kritik an Preisregulierung
Besonders problematisch sei die Abhängigkeit vom Monopolisten in Wien, weil die Preisregulierung nicht funktioniere. Die Stadt profitiere als Eigentümerin von den Gewinnen der Wien Energie, während Ludwig zugleich als Preisbehörde handle. „Ein Bürgermeister, der die Wiener Kunden vor überhöhten Preisen schützen soll, vertritt gleichzeitig die Eigentümerinteressen des Versorgers“, kritisiert Nepp.
Ein von FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl im Mai 2025 eingebrachter Antrag dokumentiert die Preisunterschiede: Die Heizkosten auf Basis des Wiener Preisbescheids lagen für eine Musterwohnung um 85 Prozent über jenen auf Basis des Welser Preisbescheids. „Ein behördlich genehmigtes Preisniveau fast doppelt so hoch wie in Wels“, betont Nepp. Freiwillige Rabatte ersetzten keine wirksame Regulierung.
Antrag zweimal vertagt
Hammerls Antrag fordert eine wirksame Preisregulierung und den Ausschluss von Interessenkonflikten zwischen Preiskontrolle und Gewinninteressen. Nepp abschließend: „Es darf zu keinem erzwungenen Umstieg auf Fernwärme und zu keiner Abtrennung von der Gasleitung kommen. Zudem verlange ich endlich eine unabhängige Kontrolle der Fernwärmepreise.“
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