FPÖ warnt vor Ärztemangel im öffentlichen Gesundheitswesen

In den kommenden zehn Jahren werden laut Ärztekammer rund 18.000 Mediziner in Pension gehen. Dem jährlichen Bedarf von 1.800 Ärzten stehen aber nur 1.300 Absolventen gegenüber. Die FPÖ macht SPÖ und ÖVP für die drohende Versorgungslücke verantwortlich.
Die Österreichische Ärztekammer hat Zahlen vorgelegt, die einen erheblichen Engpass in der medizinischen Versorgung ankündigen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre erreichen etwa 18.000 Ärzte das Pensionsalter. Jährlich müssten daher 1.800 Mediziner nachbesetzt werden, tatsächlich verlassen aber nur 1.300 neu ausgebildete Ärzte die Universitäten. Trotz eines Höchststands an praktizierenden Ärzten droht dem öffentlichen Gesundheitssystem ein massiver Versorgungsengpass.
Das Problem liegt laut Ärztekammerpräsident Steinhart nicht nur in der Zahl der Studienplätze. Auch die Basisausbildung in den Spitälern entwickle sich zum Nadelöhr.
FPÖ kritisiert Strukturproblem
FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher sieht die Ursache in einem Strukturproblem, das auf jahrzehntelange Politik von SPÖ und ÖVP zurückgehe. Erhebliche Steuermittel würden in die Ausbildung von Medizinstudenten fließen, doch das Gesundheitssystem bleibe auf der Strecke.
„Anstatt Absolventen des Medizinstudiums ausreichend Ausbildungsplätze im öffentlichen Gesundheitssystem anzubieten, treibt man sie ins Ausland oder gar in die Arbeitslosigkeit“, kritisierte Staudacher. Dies geschehe, obwohl Ärzte im öffentlichen Bereich händeringend gesucht würden. Auf der Strecke blieben die Patienten, die monatelang auf wichtige Operationen warten oder auf Wahlärzte ausweichen müssten.
Forderung nach Ausbildungsgarantie
Die FPÖ fordert eine Ausbildungsgarantie für alle Medizinabsolventen, verbunden mit einer langfristigen Personalstrategie. Die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen müssten attraktiver werden, die Bürokratie abgebaut werden.
Besonders der ländliche Raum werde von diesem Strukturproblem getroffen, der ohnehin schon unter massiven Problemen im öffentlichen Gesundheitssystem leide. „Die Fehler von gestern werden zur Katastrophe von morgen“, warnte Staudacher. Dafür trügen allein SPÖ und ÖVP die Verantwortung.
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