FPÖ wirft SPÖ Postenschacher bei Bildungsdirektion vor

Die Bestellung der neuen Kärntner Bildungsdirektorin sorgt für politischen Wirbel. Eine Bewerberin kritisiert den Auswahlprozess, die FPÖ fordert eine unabhängige Aufklärung und spricht von einem SPÖ-Skandal.
Für die Leitung der Bildungsdirektion Kärnten hatten sich 18 Personen beworben. Eine Kandidatin hat nun öffentlich über ihre Erfahrungen im Bewerbungsverfahren berichtet und dabei Zweifel an der Transparenz und der Bewertung der Qualifikationen geäußert. Die neu bestellte Bildungsdirektorin Tanja Leitner verfüge zwar über Erfahrung in der Erwachsenenbildung, dieser Bereich unterscheide sich jedoch deutlich von jenem der Bildungsdirektion.
FPÖ-Klubobmann Erwin Angerer sieht durch die Schilderungen seine Vermutungen bestätigt. Die SPÖ lege offenbar mehr Wert auf Parteinähe als auf fachliche Eignung, so Angerer. Dass eine Person mit jahrzehntelanger Erfahrung im Schulwesen nicht einmal unter die besten drei Bewerber gekommen sei, werfe Fragen auf.
Auch die Zusammensetzung der Top-3-Kandidaten – eine Frau und zwei Männer – erscheine ihm inszeniert. Laut Ausschreibung müsse bei gleicher Qualifikation eine Frau bevorzugt werden. „Es wäre sinnvoller, wenn die SPÖ sich um die Interessen der Kärntner Bevölkerung kümmern würde, anstatt sich 'Drehbücher' für Schein-Hearings zu überlegen und objektive Bewerbungsverfahren vorzugaukeln“, kritisiert Angerer.
FPÖ fordert Expertenkommission
Der FPÖ-Klubobmann verlangt eine lückenlose Aufklärung der Personalentscheidung. Es sei bereits das dritte Mal in Folge, dass die Bildungsdirektion mit einer Person besetzt werde, die keine Erfahrung im Schulwesen habe, sondern aus der Arbeiterkammer oder Volkshochschule komme.
Angerer fordert die Einsetzung einer unabhängigen Expertenkommission, die das Bewerbungsverfahren prüfen soll. Jeder Landtagsklub solle einen Vertreter nominieren, sämtliche Unterlagen aus dem Verfahren müssten offengelegt werden.
Fellner habe die Auswahl gesetzeskonform getroffen und trage daher die Verantwortung für die Entscheidung. „Wir werden nicht zulassen, dass dieser Fall unter den Teppich gekehrt wird und werden jedenfalls entsprechende Initiativen im Landtag einbringen. Denn diese Personalentscheidung entwickelt sich zu einem handfesten SPÖ-Skandal“, erklärt Angerer.
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