Franz Viehböck flog vor 35 Jahren ins Weltall

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Am 2. Oktober 1991 startete die Sojus-TM-13 vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit dem damals 30-jährigen Franz Viehböck an Bord. Der Elektrotechniker war damit der erste Österreicher im All, so der ORF.

Kurz vor 7.00 Uhr hob die Rakete mit dem russischen Kommandanten Alexander Wolkow, dem kasachischen Kosmonauten Tachtar Aubakirow und Franz Viehböck ab. Für den gebürtigen Wiener begann damit eine historische Reise.

Die Vorbereitungen für die Mission hatten bereits Jahre zuvor begonnen. 1987 bot die Sowjetunion Österreich die Teilnahme an einem bemannten Raumfahrtprojekt an. Die Bundesregierung beschloss ein Jahr später, das Projekt umzusetzen. Über 180 Österreicherinnen und Österreicher bewarben sich daraufhin.

Nach mehreren Auswahlrunden blieben der Elektrotechniker Viehböck und der Arzt Clemens Lothaller übrig. Beide absolvierten ihre Kosmonautenausbildung im „Sternenstädtchen“ bei Moskau. Im Sommer 1991 fiel die Entscheidung: Viehböck sollte mitfliegen, Lothaller war Ersatzmann.

Geburt der Tochter am Starttag

Der Starttag war für Viehböck auch privat bedeutsam. Achteinhalb Stunden nach dem Abheben kam seine Tochter Carina Marie im Krankenhaus Wiener Neustadt zur Welt. Seine Frau Vesna brachte das gemeinsame Kind zur Welt, während er bereits im All war.

Zwei Tage nach dem Start dockte die Sojus-Kapsel an der Raumstation Mir an. Beim Umstieg in die Station wurden Viehböck und seine Kollegen mit dem Donauwalzer begrüßt. In den folgenden Tagen führte der Österreicher 15 wissenschaftliche Experimente durch, die unter anderem Medizin, Materialforschung und die Auswirkungen der Schwerelosigkeit betrafen.

Die Mission dauerte sieben Tage, 22 Stunden und zwölf Minuten. Am 10. Oktober 1991 kehrte Viehböck mit einer Sojus-Landekapsel zur Erde zurück. Die Kapsel landete nahe Arkalyk in Kasachstan, rund 900 Kilometer von Baikonur entfernt. Die Landung sei hart gewesen, sagte Viehböck danach. Das intensive Training habe sich in diesem Moment bezahlt gemacht.

Österreich fieberte mit

Die Mission „Austromir“ war nicht nur ein Raumfahrtprojekt, sondern auch ein vielbeachtetes Ereignis in Österreich. Start, Experimente an Bord der Mir und die Rückkehr wurden von großem öffentlichen Interesse begleitet. Viehböck wurde nach seiner Landung landesweit bekannt.

Der in Perchtoldsdorf und Mödling aufgewachsene Viehböck hatte Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien studiert und dort auch als Assistent gearbeitet. Nach dem Raumflug blieb er zunächst im Auftrag der Bundesregierung als Vortragender und Vermittler der Forschung im All tätig. Später führte ihn seine berufliche Laufbahn in die US-Raumfahrtindustrie und zurück nach Österreich. Heute ist Viehböck CEO der Berndorf AG.

Die Bedeutung der Mission reichte über den Flug eines Österreichers ins All hinaus. „Austromir“ brachte Forschung und Technik ins öffentliche Bewusstsein und weckte bei vielen Menschen Interesse an der Raumfahrt. Viehböck betonte später mehrfach, dass solche Projekte junge Menschen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern könnten.

Zweiter Österreicher im All

Mehr als drei Jahrzehnte blieb Viehböck der einzige Österreicher im All. Erst im Jänner 2024 folgte ihm Franz Haider: Der gebürtige Waldviertler flog als Weltraumtourist im Rahmen einer privaten Mission ins All und wurde damit zum zweiten Österreicher, der die Grenze zum Weltraum überschritt.

Die nächste Österreicherin im All könnte die Kärntnerin Carmen Possnig werden. Die Klagenfurterin ist Ärztin, Weltraumphysiologin und seit vier Jahren Reserveastronautin der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA).

2022 wurde Possnig von der ESA in Paris aus 22.000 Bewerbern in das 17-köpfige Team der Reserveastronauten aufgenommen. Das bedeutet für sie ständiges Training für den möglichen Einsatz.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3373451/

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