Frauen erhalten 40 Prozent weniger Pension als Männer

Mathias FischerMathias Fischer
Frau mit roten Jacke steht mit verschränkten Armen vor einem Gebäude in Graz
© Kommunistische Partei Österreichs

Am 9. August ist Equal Pension Day. Bis zu diesem Datum haben Männer statistisch bereits jene Pensionssumme erhalten, die Frauen erst bis Jahresende bekommen. In Niederösterreich liegt die Pensionslücke bei 40 Prozent.

Der Equal Pension Day fällt heuer auf den 9. August. Dieser Tag markiert jenen Zeitpunkt, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres erhalten werden. Österreichweit liegt die Pensionslücke zwischen den Geschlechtern bei 39,4 Prozent. Laut Momentum Institut verbessert sich dieser Wert nur langsam – bei gleichbleibendem Tempo würde die Lücke erst im Jahr 2121 geschlossen sein.

In Niederösterreich ist der Equal Pension Day bereits einen Tag früher, am 8. August. Hier erhalten Frauen im Durchschnitt 40 Prozent weniger Pension als Männer.

Ursachen liegen in ungleicher Bezahlung und Sorgearbeit

Die Pensionslücke entsteht nicht erst im Alter, sondern ist das Resultat von schlechter bezahlter Arbeit, unfreiwilliger Teilzeit und der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit. Die KPÖ Niederösterreich kritisiert in diesem Zusammenhang eine Aussage von Bundeskanzler Stocker, der Kinderbetreuung nicht als Arbeit bezeichne.

„Die niedrigen Pensionen vieler Frauen sind kein individuelles Versagen, sondern die Folge politischer Entscheidungen“, erklärt Nina Aigner, Frauensprecherin der KPÖ Niederösterreich und Elementarpädagogin. Solange Frauen den Großteil der unbezahlten Betreuungsarbeit übernehmen, häufiger in Teilzeit arbeiten müssen und in schlechter bezahlten Berufen beschäftigt sind, setze sich diese Ungleichheit bis in die Pension fort.

Forderungen nach höheren Löhnen und Arbeitszeitverkürzung

Die KPÖ Niederösterreich fordert mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pensionslücke: höhere Löhne insbesondere in Berufen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit sowie einen flächendeckenden Ausbau kostenloser und guter Kinderbetreuung und von Pflegeangeboten.

Weitere Forderungen umfassen eine bessere und längere Anrechnung von Kindererziehungszeiten zur Pension statt der aktuellen vier Jahre, eine bessere Verteilung der Sorgearbeit sowie eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Zudem brauche es sofortige Maßnahmen für leistbares Wohnen, damit Pensionistinnen sich das Leben wieder leisten können.

„Wer sein Leben lang arbeitet – ob im Beruf oder in der Sorgearbeit – muss im Alter gut leben können“, so Max Zirngast, Landessprecher der KPÖ. Frauen dürften nicht länger mit Altersarmut dafür bestraft werden, dass sie gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit leisten.

Quelle: https://noe.kpoe.at/aktuelles/equal-pension-day-40-prozent-weniger-pension-fr-frauen--kp-niedersterreich-fordert-hhere-lhne-und-bessere-pensionen

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