Frauen in nur fünf Berufsgruppen konzentriert

Über 70 Prozent der Frauen in Österreich arbeiten in nur fünf Berufsgruppen – vor allem in Pflege, Erziehung und Verwaltung. Frauen- und Mädchenberatungsstellen wollen die Berufswahl erweitern und Chancen am Arbeitsmarkt verbessern.
Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt eine starke geschlechtsspezifische Aufteilung: Mehr als 70 Prozent der Frauen sind in lediglich fünf Berufsgruppen tätig, insbesondere in Pflege, Erziehung und Verwaltung. Zudem sind Frauen überdurchschnittlich oft in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt und üben Tätigkeiten aus, die ein hohes Maß an Selbst- und Bedürfnisregulation verlangen – was emotional und psychisch belastend ist.
In technischen Berufen und Führungspositionen sind Frauen hingegen stark unterrepräsentiert. Der Gender Pay Gap beträgt 17,6 Prozent. Im Global Gender Gap Report 2025 erreicht Österreich bei der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen nur Platz 56 von 148 Ländern.
Beratungsstellen setzen an strukturellen Problemen an
Frauen- und Mädchenberatungsstellen reagieren auf diese Ungleichheiten: Sie unterstützen Frauen und Mädchen dabei, ihre Berufswahl zu erweitern und ihre Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig zu steigern. Damit leisten sie einen Beitrag zur Verringerung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten.
Die berufliche Beratung umfasst ein breites Spektrum: von Berufsorientierung über Bewerbungsunterstützung bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch der Wiedereinstieg nach Erwerbsunterbrechungen, neue Beschäftigungsperspektiven im höheren Alter oder Neuorientierung aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen werden thematisiert.
Kompetenzen sichtbar machen
Viele Frauen verfügen über umfangreiche, oft informell erworbene Fähigkeiten. Qualifizierungsangebote und kompetenzorientierte Laufbahnberatung machen diese sichtbar und nutzbar. Im Zentrum stehen das Erkennen der eigenen Stärken und Motivation sowie die Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstbehauptung.
Die Kombination aus individueller Beratung und Gruppenangeboten ermöglicht es, persönliche Fragestellungen gezielt zu bearbeiten und gleichzeitig vom Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen zu profitieren. Der Peer-to-Peer-Austausch fördert gegenseitige Unterstützung und eröffnet neue berufliche Perspektiven.
Weitere Informationen bietet ein Positionspapier, das beim Verein Amazone erhältlich ist. Ansprechperson für Vorarlberg ist Angelika Atzinger (a.atzinger@amazone.or.at).
Quelle: https://gemeinde.lech.at/Ausbildungs-_und_Berufsberatung_fuer_Maedchen_und_Frauen
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