Führung unter Druck: Orientierung statt Kontrolle

Beim Arbeitgeberinnenforum 2026 der Wirtschaftskammer Niederösterreich sprach Alexandra Zimmermann von der FH Wiener Neustadt über moderne Führungsansätze. Die HR-Leiterin betont: Wirksamkeit zählt mehr als Aktivität.
Alexandra Zimmermann, Leiterin der Personalabteilung der FH Wiener Neustadt, hat beim Arbeitgeberinnenforum 2026 in Bad Fischau-Brunn über die Anforderungen an zeitgemässe Führung gesprochen. Künstliche Intelligenz, demografische Veränderungen und neue Erwartungen der Beschäftigten stellen Betriebe vor grosse Herausforderungen.
Entscheidend sei nicht das Ausmass der Aktivitäten, sondern deren Wirkung, so Zimmermann. „Unter Druck besteht die Gefahr, Aktivität mit Wirksamkeit zu verwechseln. Eine wichtige Aufgabe von Führung ist es deshalb, Orientierung zu geben: Was ist jetzt wirklich wichtig, was hat Priorität und was machen wir ganz bewusst nicht?“, erklärte die Expertin.
Handlungsspielraum statt Mikromanagement
Das Verständnis von Führung wandelt sich laut Zimmermann grundlegend. Angesichts zunehmender Spezialisierung und schneller technologischer Entwicklungen müssten Führungskräfte verstärkt die Kompetenzen und unterschiedlichen Sichtweisen im Team nutzen. Dafür seien Rahmenbedingungen nötig, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und eigene Lösungswege entwickeln können.
Besonders in unsicheren Zeiten sei dies wichtig: „Wenn der Druck steigt, greifen wir schnell wieder stärker auf Kontrolle zurück. Dabei braucht es gerade dann klare Orientierung und gleichzeitig Handlungsspielraum. Gute Führung zeigt sich für mich auch darin, wie gut es gelingt, andere Menschen wirksam werden zu lassen“, so Zimmermann.
Führung bedeute nicht, jede Entwicklung vorhersagen oder auf jede Frage sofort eine Antwort geben zu können. Wesentlich sei vielmehr, transparent zu machen, was bereits klar ist, wo noch offene Fragen bestehen und woran Entscheidungen ausgerichtet werden. Glaubwürdigkeit, Lernbereitschaft und ein klarer Werte- und Zielrahmen seien zentrale Voraussetzungen.
FH als Arbeitgeber und Bildungseinrichtung
Zimmermann brachte ihre Perspektive in die Expertenrunde „Führung unter Druck: Was jetzt wirklich zählt“ ein. Das Forum stand unter dem Motto „Arbeit. Markt. Zukunft.“ und widmete sich aktuellen Herausforderungen für Arbeitgeber und Führungskräfte.
Für die FH Wiener Neustadt ist die Frage nach wirksamer Führung eng mit ihrer Rolle als Arbeitgeber für mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten und als Hochschule in der Region verbunden. Beschäftigte sollen Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und ihr Arbeitsumfeld aktiv mitgestalten können.
Durch Weiterbildung, Kooperationen, angewandte Forschung und den Zugang zu qualifizierten Nachwuchskräften verbindet die Fachhochschule interne Entwicklung mit ihrer Wirkung nach aussen. Unternehmen in der Region profitieren vom Wissenstransfer ebenso wie Studierende und Beschäftigte von der engen Verbindung zwischen Hochschule und Praxis.

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