Fussenegger blickt auf intensives erstes Jahr zurück

Michael Fussenegger zieht nach der Kunstturn-WM in Rotterdam Bilanz über seine ersten zwölf Monate als österreichischer Herren-Nationaltrainer. Trotz Verletzungspech überwiegen beim Vorarlberger die positiven Eindrücke.
Mit dem Ende der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam geht für Michael Fussenegger sein Premierenjahr als Nationaltrainer der österreichischen Herren-Kunstturner zu Ende. Der 33-Jährige erlebte intensive Monate, die sportliche Erfolge, aber auch unerwartete Herausforderungen brachten. Insgesamt blickt der Vorarlberger mit Zuversicht auf das Jahr 2027.
„Mein erstes Jahr war ungefähr so wie Ginos Wettkampf bei der WM: Es waren einige gute Sachen dabei, aber noch nicht alles so, wie ich mir das wünsche“, zieht Fussenegger Bilanz. „Es ist nie schlecht, Verbesserungsbedarf zu haben.“ Die erste Saison lieferte ihm wichtige Erkenntnisse und eine Standortbestimmung. Welche Trainingsansätze funktioniert haben und wo Aufholbedarf besteht, will er in der kommenden Saisonanalyse intensiv untersuchen.
Weltcup-Medaillen und Nachwuchserfolge
Sportlich bot das Jahr einige Höhepunkte. Martin Miggitsch überzeugte mit zwei Weltcup-Medaillen: Silber am Boden in Varna und Bronze in Szombathely. Zusammen mit Gino Vetter erreichte er beim Weltcup in Ungarn vier rot-weiß-rote Finaleinzüge. Vetter verpasste als Reck-Vierter knapp seine erste Weltcup-Medaille und sicherte sich bei der Europameisterschaft in Zagreb das Ticket für seine zweite WM.
Im Nachwuchsbereich zeigte sich Samuel Wachter stark: Der Turner, der im kommenden Jahr in der Elite antreten will, wurde in Zagreb Vize-Junioren-Europameister am Sprung und belegte im Mehrkampffinale Rang neun. Mit Jeremy Balazs auf Platz 14 schaffte ein weiterer Österreicher den Einzug ins Mehrkampffinale.
Während die Elite-Saison beendet ist, steht für Fussenegger mit Nachwuchstalent Wachter noch ein besonderes Abenteuer an: die Youth Olympic Games vom 31. Oktober bis 13. November 2026 in Dakar.
Verletzungen bremsten mehrere Athleten aus
Eine große Herausforderung stellten die zahlreichen Verletzungen dar. Paul Schmölzer und Alfred Schwaiger wurden durch Knieverletzungen ausgebremst. Schwer traf es auch Mateo Fraisl, der sich im März den Oberschenkel brach und einen Großteil der Saison verpasste. Bei der Europameisterschaft in Zagreb gelang dem Vorarlberger immerhin das Comeback am Pauschenpferd.
Fussenegger hofft, 2027 wieder auf einen breiteren Kader zurückgreifen zu können: „Ich bin zuversichtlich, dass Paul und Alfred im kommenden Jahr zurückkehren und auch Mateo an allen Geräten wieder zu seiner alten Stärke findet. Dann sind wir für das richtungsweisende Jahr 2027 sehr gut aufgestellt.“
Analyse und Vorbereitung auf 2027
Mit dem Ende der internationalen Wettkampfsaison beginnt nun die Aufarbeitung. Gemeinsam mit seinem Umfeld will der Nationaltrainer die vergangenen Monate kritisch beleuchten. „Wir werden in den nächsten Wochen alles genau analysieren und unter die Lupe nehmen, um optimal und bestens vorbereitet ins neue Jahr starten zu können“, kündigt Fussenegger an.
Dass bei der Weltmeisterschaft mit Gino Vetter nur ein rot-weiß-roter Athlet dabei war, entspricht nicht Fusseneggers Anspruch. „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr bei der WM nicht nur mit dem Gino dabei sind, sondern dass sich die anderen Jungs jetzt denken: Nächstes Jahr sind wir auch dabei“, sagt der Trainer. Zusätzliche Bedeutung erhält die WM 2027 durch die Vergabe der ersten individuellen Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. „Da wird es richtig ernst auf dem Weg zu unserem ganz großen Ziel.“
Quelle: https://www.vts.at/news/fussenegger-zieht-erste-jahresbilanz
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