GAK, 99ers und Sturm präsentieren Zahlen nach Sponsoring-Stopp

Mona HopfingerMona Hopfinger
Waage mit Sportartikeln und Geld auf der einen, Geld und Stadthaus auf der anderen Seite
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem angekündigten Ende des Sponsorings durch die Holding Graz haben sich die drei Grazer Profi-Sportvereine erstmals persönlich getroffen.

Die Verantwortlichen von GAK 1902, Graz99ers und SK Sturm Graz haben am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung auf den Sponsoring-Stopp der Stadt Graz reagiert. In einem ersten persönlichen Treffen stimmten die drei Vereine ihre weitere Vorgehensweise ab und machten Zahlungsströme öffentlich.

Vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass die Holding Graz – Kommunale Dienstleistungen GmbH im Auftrag der Stadt Graz die Sponsorings für die drei Profi-Klubs per Saisonende 2026/27 einstellen wird. Die Maßnahme ist Teil des zweiten Budget-Konsolidierungspakets der Stadt.

Vereine zahlen mehr als sie bekommen

Bei dem Treffen nach Europacup-Woche und Liga-Wochenende diskutierten Vertreter der drei Klubs die Auswirkungen des Sponsoring-Stopps auf den Spielbetrieb. Als ersten Schritt einigten sie sich darauf, Zahlen über die „Rückflüsse“ an die Stadt transparent zu machen.

Laut der gemeinsamen Erklärung zahlen die drei Vereine jährlich circa 2,8 Millionen Euro an Kommunalsteuer, Stadion- bzw. Eishallenmieten sowie Energiekosten an die Stadt. Der Werbewert für die Holding Graz wird mit 5,3 Millionen Euro beziffert. Dem gegenüber stehen Sponsoring-Zahlungen und Förderungen der Holding Graz bzw. der Stadt an die Vereine in Höhe von 905.000 Euro.

Kritik an fehlender Wertschätzung

René Ziesler, Präsident des GAK 1902, betonte: „Die Zahlen zeigen deutlich, dass es sich bei den Kooperationen der Holding mit den drei Vereinen keineswegs um Förderungen, sondern um äußerst effektive Werbemaßnahmen handelt.“ Die Nachwuchsarbeit wäre mit Elternbeiträgen und Förderungen alleine nicht finanzierbar.

Herbert Jerich, Präsident der Graz99ers, kritisierte den Sponsoring-Stopp scharf. Die Stadt Graz gestehe sich damit selbst ein, dass sie sich für den Spitzensport und ihre Spitzenklubs in keinerlei Verantwortung sehe. „Hier darf das letzte Wort jedenfalls noch nicht gesprochen sein und es bedarf einer gemeinsamen Lösung“, so Jerich.

Christian Jauk vom SK Sturm Graz warf der Politik vor, auf dem Rücken der drei großen Grazer Sportvereine politisches Kleingeld zu wechseln. „Wie hier dargestellt, fördert nicht die Stadt Graz die drei Vereine, sondern die Vereine fördert die Stadt Graz“, erklärte Jauk. Der SK Sturm zahle deutlich mehr ein, als er bekomme, und fördere vollkommen eigenständig die Jugend, die Frauenteams und die Special Blackys. Zudem verwies er auf die Gesamtwertschöpfung in der Steiermark und 500 gesicherte Arbeitsplätze durch den SK Sturm.

Quelle: https://99ers.at/schulterschluss-der-vereine-gemeinsames-klubstatement-gak-99ers-und-sk-sturm

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