Gandler trainierte in Frankreich für Weltcup-Podest

Mona HopfingerMona Hopfinger
Biathlon-Podest mit Skiern, Gewehr und Zielscheibe im Schnee
© Mit KI (Gemini) generiert

Anna Gandler steigt zum Saisonstart wieder ins österreichische Biathlon-Team ein. Ihre Vorbereitung absolvierte die Tirolerin eigenständig in Frankreich – bei ihrem Freund und abseits gewohnter Strukturen.

Anna Gandler hat sich für einen ungewöhnlichen Weg entschieden: Die 25-jährige Biathletin bereitete sich in Frankreich auf die kommende Saison vor, wo ihr Freund lebt. Dort wollte sie neue Wege beschreiten und an ihre Form von vor zwei Jahren anknüpfen – bevor Probleme mit dem Immunsystem begannen. Ihr Ziel: künftig auch im Weltcup auf dem Podest stehen. „Ich möchte wieder Spaß haben an meinem Sport“, erklärte die Tirolerin.

Keine Sekunde bereut

Rückblickend habe sie die Entscheidung „keine Sekunde bereut“. „Es war für mich eine der schönsten Vorbereitungen in meiner noch kurzen Karriere. Ich habe echt alles gegeben diesen Sommer“, so Gandler. Sie sei überzeugt, dass sie das Potenzial habe, und habe im Sommer daran gearbeitet.

Die schnellste Laufzeit bei der französischen Meisterschaft im Rollerrennen wolle sie zwar nicht überbewerten, doch technisch habe sie Fortschritte erzielt. Auch im Kraftbereich und beim Schießen sei sie vorangekommen. Im Biathlon sei der Kopf entscheidend, und ihr Gefühl sage ihr, dass sich dort etwas entwickelt habe.

Gemeinsames Training mit dem Freund

Gandler ist mit dem Biathleten Emilien Claude liiert. Beim gemeinsamen Training hätten sie sich gegenseitig herausgefordert. „Etwas, was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, dass das Umfeld mit Abstand das Wichtigste ist, um Leistung zu bringen“, berichtete sie. Sie habe sich zu 100 Prozent auf sich konzentrieren und täglich selbst entscheiden können, was sie trainiere. An schlechten Tagen habe sie reduziert, an guten mehr gemacht.

Vorsicht beim Immunsystem

Nur einmal sei sie im Sommer krank gewesen, das könne vorkommen. „Ich glaube, ich bin einfach eine Athletin, die ein bisschen mehr aufpassen muss. Ich habe das akzeptiert. Ich tue alles dafür.“ Im Winter werde sie – wie bereits in der vergangenen Saison – Menschenmassen meiden und häufig die Hände desinfizieren. Sie sei zuversichtlich, dass es damit funktionieren werde. „Ich glaube an mein Immunsystem, dass es stärker ist. Ich glaube, das ist auch ziemlich viel Kopfsache. Man darf sich da nicht zu viel reinsteigern.“

Weltcup-Start Ende November

Die Vorbereitung wird in Finnland und Norwegen fortgesetzt. Ende November geht es für sie entweder im Weltcup in Kontiolahti (Finnland) oder im IBU-Cup in Idre Fjäll (Schweden) los. Im Sommer hatte sie gelegentlich Kontakt zu den Teamkolleginnen, zu österreichischen Trainern und Betreuern kaum. „Ich habe mich entschieden, dass ich von dem Team gehe. Sie sind für mich deshalb auch nicht verantwortlich. Wenn es dann wieder Richtung Wettkämpfe geht, sind wir da auf jeden Fall wieder ein gemeinsames Team.“

Kein Bedarf an Leaderin

Nach dem Rücktritt von Leistungsträgerin Lisa Hauser bleibt offen, wer im ÖSV-Frauenteam eine Führungsrolle übernehmen wird. „Ich habe das schon öfter gehört, dass mich jetzt Leute fragen: 'Bist du jetzt die neue Leaderin?' Das Wort gefällt mir einfach nicht so. Ich glaube, wir brauchen keine Leaderin, wir sind generell einfach ein starkes und auch noch junges Team“, sagte Gandler. Sie nannte unter anderem Anna Andexer, Lara Wagner und Lea Rothschopf.

„Diese Mädels haben sicher auch gut trainiert, auch wenn ich es jetzt vielleicht nicht so mitbekommen habe. Ich hoffe, dass eine von uns aufgeht oder vielleicht mehrere. Auf dem Stockerl haben drei Leute Platz. Die Staffel ist natürlich auch unser großes Ziel schon seit langem.“ Gandlers beste Weltcup-Ergebnisse waren bisher Rang vier mit der Staffel sowie Platz fünf im Einzel.

Quelle: APA

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