Gastroenterologe wegen Missbrauchs in Haft

Ein 65-jähriger österreichischer Facharzt sitzt in der Schweiz in Untersuchungshaft. Er soll Patientinnen während Narkosen gefilmt und sexuell missbraucht haben. Auch in Österreich wird ermittelt.
Ein 65 Jahre alter Facharzt für Magen, Darm und Verdauung aus Österreich befindet sich in Zürich in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, über Jahre hinweg Patientinnen unter Narkose nackt gefilmt und sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage die Verhaftung.
Das Strafverfahren läuft wegen des Verdachts auf Schändung, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte sowie weiterer Delikte zum Nachteil von Patientinnen in der Zürcher Praxis des Mediziners. Nach Schweizer Strafrecht bezeichnet Schändung den sexuellen Missbrauch einer Person, die zum Tatzeitpunkt nicht urteils- oder widerstandsfähig war. Die Staatsanwaltschaft betont die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Verfahrensabschluss.
Handykamera löste Ermittlungen aus
Laut Medienberichten nahmen die Ermittlungen ihren Ausgang, als eine Patientin eine Handykamera entdeckte, die auf den Behandlungsbereich ausgerichtet war. Der Beschuldigte soll Frauen am Abend für angeblich notwendige Untersuchungen in die Praxis gebeten haben – zu einem Zeitpunkt, als das Personal bereits nicht mehr anwesend war.
Verfahren auch in Graz
Auch in Österreich laufen Ermittlungen gegen den Mediziner, der in Graz eine Praxis betrieb. Laut ORF erhielten die österreichischen Behörden im Herbst 2025 einen Hinweis von den Schweizer Kollegen. Videomaterial sei sichergestellt worden und werde derzeit ausgewertet.
Wie viele Frauen von den mutmaßlichen Taten betroffen sind, ist bislang nicht bekannt. Nach Angaben österreichischer Medien sollen die heimlichen Aufnahmen bereits 2012 begonnen haben.
Quelle: dpa
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