Gebrüder Weiss setzt auf Zentralasien und Südostasien

Mathias FischerMathias Fischer
Mann mit Glatze und Bart im Anzug mit Krawatte vor hellem Hintergrund
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Das Vorarlberger Logistikunternehmen Gebrüder Weiss reagiert auf veränderte Warenströme und baut seine Präsenz in Wachstumsregionen aus. COO Alessandro Cacciola fokussiert auf neue Märkte wie Vietnam, Kasachstan und die Türkei.

Gebrüder Weiss richtet seinen Geschäftsbereich Air & Sea + Overseas verstärkt auf prosperierende Märkte in Zentralasien und Südostasien aus. Verantwortlich dafür ist seit März Alessandro Cacciola (49), der als COO für 1.900 Mitarbeitende an Standorten in 35 Ländern zuständig ist.

Das Familienunternehmen aus Vorarlberg spedierte 2025 weltweit rund 81.000 Tonnen Luftfracht und 198.000 TEU Seefracht. Der Geschäftsbereich erzielte im vergangenen Jahr mehr als 900 Millionen Euro Umsatz – etwa ein Drittel der Gesamtleistung des Konzerns mit derzeit rund 8.600 Beschäftigten an 180 Standorten.

Milliarden-Marke in Reichweite

Die Geschäftsleitung rechnet damit, in der Luft- und Seefracht sehr bald die Schallmauer von einer Milliarde Euro Jahresumsatz zu durchbrechen. Um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, digitalisiert das Unternehmen zahlreiche Prozessschritte.

Der persönliche Kundenservice bleibe dabei entscheidend, betont Cacciola. Digitale Technologien sollen den Mitarbeitenden ermöglichen, schneller auf Informationen zuzugreifen und Kundenanfragen effizienter zu beantworten. „Best of Both Worlds“ nennt Gebrüder Weiss diesen Ansatz: persönliche Nähe kombiniert mit digitalen Möglichkeiten.

Neue Warenströme durch „China + One“

Industrieunternehmen stellen ihre Produktions- und Beschaffungsstrukturen breiter auf – durch „China + One“, Nearshoring oder neue Produktionsstandorte. Dadurch entstehen neue Warenströme, Verkehrsachsen und logistische Knotenpunkte.

Cacciola nennt Vietnam, Malaysia, Thailand, Indonesien und Mexiko als Zielmärkte. Auch die Philippinen seien wegen ihrer engen Wirtschaftsbeziehungen zu den USA interessant – das schaffe Sicherheit bei Zöllen, die auf anderen Routen den Warenverkehr bremsten.

Mittlerer Korridor als Alternative

Als vielversprechende Verkehrsachse hebt der Manager den Mittleren Korridor von China über Kasachstan und Georgien nach Europa hervor. Dort biete man bereits Lösungen an – vom Einsatz von Ganzzügen bis zur kürzlich eingerichteten Sammelgutlinie von China nach Georgien per Lkw.

Für die nahe Zukunft kündigt Cacciola eine „Süd-Variante“ durch Usbekistan an. Dafür habe man in den letzten Jahren eigene Niederlassungen im Kaukasus und in Zentralasien aufgebaut. „Wir sind bereits vor Ort und können unseren Kunden die komplette Bandbreite an logistischen Lösungen anbieten“, so der COO gegenüber der Zeitschrift LogEASTics.

In der Türkei und der Black Sea Region will sich Gebrüder Weiss ebenfalls stärker positionieren.

Neutralität als Vorteil

Auf die vertikale Integration einiger Containerreedereien reagiert Cacciola gelassen. Die meisten Kunden bevorzugten die Zusammenarbeit mit neutralen Partnern ohne Bindung an bestimmte Carrier und Häfen. Diese Flexibilität bringe definitiv Vorteile für die verladende Wirtschaft.

Sein Leadership-Ansatz der „radikalen Akzeptanz“ bedeute, Entwicklungen zunächst als Realität anzunehmen – ohne zu klagen. Entscheidend sei, gemeinsam mit dem Team schnell zu handeln und flexible Lösungen für unerwartete Probleme zu finden.

Quelle: https://www.gw-world.com/newsroom/neue-wege-neue-maerkte-gebrueder-weiss-und-der-china--one-shift

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