Gedenken an Kriegsopfer bei Allerheiligen-Feier

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei der traditionellen Gedenkfeier am Allerheiligentag wurde vor dem Kriegerdenkmal der Opfer sinnloser Kriege gedacht. In der Ansprache wurden aktuelle weltpolitische Konflikte, der Klimawandel und gesellschaftliche Herausforderungen thematisiert.

Wie jedes Jahr versammelten sich am Allerheiligentag 2026 Vertreter der Gemeinde, der Freiwilligen Feuerwehren, der Stadtkapelle sowie zahlreiche Bürger vor dem Kriegerdenkmal, um der Kriegsopfer zu gedenken. In der Ansprache wurde betont, dass es eine Pflicht sei, jene Menschen nicht zu vergessen, die für ihre Heimat ihr Leben geopfert haben.

Sorge um weltweite Konflikte

Der Rückblick auf das Jahr zeige ein besorgniserregendes Bild: Die Zahl der Kriegsschauplätze nehme nicht ab, die Kriegsführung werde zunehmend menschenverachtender. Besonders kritisch sei, dass Machthaber großer Länder in ihren Wahnvorstellungen die Weltwirtschaft gefährden würden. Machtansprüche stünden im Vordergrund, Menschenleben spielten keine Rolle.

Als Beispiel wurde die Straße von Hormus genannt: Sei diese aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen nicht passierbar, komme der Schiffsverkehr zum Erliegen. Dies zeige die Abhängigkeit von Faktoren, die nicht beeinflussbar seien.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sei bereits trauriger Normalzustand. Heuer stehe der fünfte Kriegswinter bevor, gezielt würden zivile Einrichtungen, Strominfrastruktur und Energieanlagen bombardiert. Für die Zivilbevölkerung bedeute dies, im Winter bei Minusgraden ohne Heizung und warmes Essen auskommen zu müssen.

Machtwechsel und Unruhen in Europa

Positiv gewertet wurde der Machtwechsel in Ungarn vor einigen Monaten sowie die jüngsten Wahlen in Serbien. In beiden Ländern seien Menschenrechte unterdrückt und freie Meinungsäußerung verhindert worden. Die Machthaber seien abgewählt worden, es gebe einen Systemwechsel. Die extrem hohe Wahlbeteiligung zeige, dass dem Volk die Zukunft seines Landes nicht egal sei.

Besorgniserregend sei die Lage in Frankreich, Spanien und Italien, wo fast kriegerische Zustände herrschten. Friedliche Demonstrationen würden von Fanatikern und Kriminellen missbraucht. Brennende Geschäfte, Autos und öffentliche Gebäude seien dort an der Tagesordnung.

Kluft zwischen Arm und Reich wächst

Weltweit werde die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Wenn Milliardäre jährlich ihren Reichtum verdoppelten und der reichste Mann der Welt ein Vermögen von 800 Milliarden Euro besitze, sei es nicht verständlich, dass Millionen Menschen an Hunger leiden oder sterben. Dies führe zu weltpolitischen Spannungen.

Klimawandel mit extremen Folgen

Ein großes Thema sei heuer der Klimawandel gewesen. Während vor zwei Jahren in Österreich die Hochwasserkatastrophe Milliardenschäden verursacht habe, sei es heuer die extreme Trockenheit. Diese habe vor allem in der Land- und Forstwirtschaft zu hohen Einbußen geführt. Die Wasserknappheit habe negative Folgen für die heimische Energieproduktion und die Versorgung mit Lebensmitteln gehabt.

Allen sollte bewusst sein, mit dem kostbarsten Lebensmittel – Wasser – mit größter Wertschätzung umzugehen. Nicht nachvollziehbar sei, dass täglich mehrere Tonnen Lebensmittel im Mülleimer landen würden.

Österreich: Erfolgsgeschichte und Herausforderungen

Am 26. Oktober wurde der Nationalfeiertag gefeiert. Vor 71 Jahren habe Österreich wieder über sich selbst entscheiden können, die Besatzungsmächte hätten das Land verlassen. Die Zweite Republik sei eine Erfolgsgeschichte. Frieden und freie Meinungsäußerung seien nicht selbstverständlich.

Auch Österreich sei Angriffen ausgesetzt – nicht von Panzern oder Flugzeugen, sondern auf die digitale Welt. Durch Cyberangriffe auf Infrastruktureinrichtungen, Gemeinden und Unternehmen sowie niederträchtige Falschmeldungen versuche man, das Land zu destabilisieren und die Menschen zu spalten.

Trotz der Bedeutung von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz seien Hausverstand, persönliches Gespräch und menschliches Miteinander noch wichtiger. Dieses Miteinander mit gegenseitigem Respekt und Leistungsbereitschaft sollte bereits in der Familie beginnen.

Arbeitsmarkt und Sozialsystem

Nachdenklich mache die Situation, dass es allein in Niederösterreich tausende jugendliche Arbeitslose gebe, während viele Betriebe händeringend nach Arbeitskräften suchten. Mit Work-Life-Balance werde man in Zukunft das Sozialsystem und den Lebensstandard nicht aufrechterhalten können. Wenn man fürs Nichtstun fast dasselbe Geld erhalte wie für redliche Arbeit, bestehe Handlungsbedarf seitens der Regierung.

Gemeinde blickt positiv in die Zukunft

Die Stadtgemeinde mit 33 Katastralgemeinden und 20 Feuerwehren sei flächenmäßig eine der größten in Niederösterreich. Die Leistungsbereitschaft vieler Menschen in Vereinen und Freiwilligen Feuerwehren sei unersetzlich. Ohne diese tausenden ehrenamtlichen Stunden würde das Alltagsleben zum Erliegen kommen.

Heuer wurde das Jubiläum 100 Jahre Stadterhebung gefeiert, wo sich die Vielfalt der Gemeinde gezeigt habe. Man habe sich als lebens- und liebenswerte Gemeinde präsentiert. Werte wie Zusammenhalt, Zufriedenheit, Kompromissbereitschaft und gegenseitiger Respekt sollten auch in Zukunft bewahrt werden. Dies wäre sicher auch im Sinne der Gefallenen.

Die Feier endete mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

Quelle: https://www.raabs-thaya.gv.at/Allerheiligen_2026

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