Gedenken an NS-Opfer am Grazer Zentralfriedhof

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gedenkstätte mit Kranzniederlegung und Menschen, Gedenkstätte der Opfer des Faschismus, Wien
© Stadt Graz/Fischer

Am Allerheiligentag erinnerten Bürgermeisterin Elke Kahr und zahlreiche Gäste beim Internationalen Mahnmal am Grazer Zentralfriedhof an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Zentrum stand der Appell, Frieden und Demokratie zu schützen.

Zur traditionellen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus hatte Bürgermeisterin Elke Kahr am heutigen Allerheiligentag an den Grazer Zentralfriedhof geladen. Beim Internationalen Mahnmal versammelten sich Mitglieder der Stadtregierung, des Gemeinderats, Vertreter der Ökumene und der Opferverbände.

„Hütet Freiheit und Frieden, denn wir starben für sie“ – diese Inschrift in vielen Sprachen am Mahnmal mahnt, wie wertvoll und zugleich zerbrechlich diese Werte sind. Angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten betonte Stadtpfarrprobst Ewald Pristavec, der Friede müsse „wortwörtlich hineinbuchstabiert werden in den Alltag und das Leben“. Gemeinsam mit Pfarrer Matthias Weigold eröffnete er die Veranstaltung mit einem ökumenischen Gebet.

Steiermark als NS-Hochburg und Widerstandszentrum

Unter den Gästen waren Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, die Stadträte Claudia Unger und René Apfelknab sowie die Vizebürgermeisterin von Maribor, Davorka Pregl, die für die Republik Slowenien anreiste. Alle einte der Wunsch, Faschismus und Antisemitismus keinen Raum zu geben und das Gedenken wachzuhalten.

Historiker Stefan Karner sprach als Vertreter der Verbände der politisch Verfolgten über die Steiermark als NS-Hochburg, aber auch als starkes Zentrum des Widerstands. Pregl rief eindringlich dazu auf, für Menschenrechte und Frieden einzutreten.

Warnung vor Verrohung und Antisemitismus

Bürgermeisterin Kahr warnte in ihrer Ansprache: „Wer den Blick über unsere Grenzen richtet, sieht: Freiheit, Demokratie und Frieden sind an vielen Orten bedroht.“ Nur Vernunft, Solidarität und Überzeugung könnten davor schützen. Sie verwies auf eine gefährliche Verrohung der Sprache, offenen Antisemitismus und gezielte Online-Attacken auf das demokratische System.

„Die Erinnerung an das NS-Regime und seine Opfer wäre wertlos, wenn wir das widerspruchslos hinnehmen würden“, so Kahr. Stimmungsmache gegen Andersdenkende, Menschen anderer Herkunft und Minderheiten dürfe nicht hingenommen werden. Sie bekräftigte die Lehren aus der Geschichte: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Hütet Freiheit und Frieden!“

Quelle: https://www.graz.at/cms/beitrag/10475548/8114421/Gegen_das_Vergessen.html

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