Gedenkort für NS-Opfer in Mauer-Öhling eröffnet

In Mauer-Öhling wurde am 2. Oktober ein Gedenkort für die Opfer der NS-Medizinverbrechen eröffnet. 2.848 Metallplättchen erinnern an die Patientinnen und Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt, die während der NS-Zeit ermordet wurden.
In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling wurden während der NS-Zeit insgesamt 2.848 Patientinnen und Patienten zu Opfern der NS-Medizinverbrechen. Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen wurden damals als „lebensunwert“ stigmatisiert und ermordet.
Der neue Gedenkort wurde am 2. Oktober eröffnet und macht die Namen der Opfer wieder sichtbar. An der Eröffnungsfeier nahm Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner teil. Sektionschef Mathias Vogl vertrat Innenminister Gerhard Karner und beteiligte sich an einer Gesprächsrunde, in der er die erinnerungskulturellen Aufgaben des Innenministeriums darlegte.
Metallplättchen geben Identität zurück
Die Künstlerin Azra Akšamija hat den Gedenkort konzipiert. Er markiert zugleich jenen Bereich des Friedhofs, der 1944 wegen der Überbelegung des Anstaltsfriedhofs angelegt werden musste. 2.848 Metallplättchen tragen die Namen und Lebensdaten der Opfer und geben ihnen damit ein Stück ihrer Identität zurück.
Auf dem Anstaltsfriedhof und der Erweiterungsfläche wurden während der NS-Zeit Opfer der „NS-Euthanasie“, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene aus verschiedenen europäischen Ländern begraben. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Niederösterreichische Landesausstellung wurden diese Gräber als Opfergräber im Sinne der Kriegsgräberfürsorgegesetze erkannt und gemeinsam mit dem Team der Landesausstellung historisch aufgearbeitet.
Völkerrechtliche Verpflichtung zur Erhaltung
Die Republik Österreich ist völkerrechtlich und gesetzlich verpflichtet, Kriegs- und Opfergräber des Ersten und Zweiten Weltkrieges dauerhaft zu erhalten. Diese historische Verantwortung nimmt das Bundesministerium für Inneres im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung durch das Land Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Mauer wahr.
Quelle: OTS
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