Gedenkstätte für Sternenkinder in Rechnitz eröffnet

Mathias FischerMathias Fischer
Trauerrednerin und Pfarrer bei einer Zeremonie im Freien
© rechnitz.at

Im Schlosspark von Rechnitz wurde am 18. Oktober eine Gedenkstätte für Sternenkinder eingeweiht. Der Ort bietet Familien, die ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, Raum für Trauer und Erinnerung.

Im Herzen von Rechnitz entstand ein Ort der Erinnerung und Begegnung: Die Sternenkindgedenkstätte wurde am 18. Oktober feierlich eingeweiht. Sie gibt Kindern, die viel zu früh starben, einen sichtbaren Platz und ermöglicht Familien das Innehalten.

Bei der Eröffnung las eine betroffene Frau einen inneren Monolog vor. Ihre ehrlichen Worte zeigten, wie tief der Verlust eines Kindes das Leben prägt und wie wichtig es ist, der Trauer Raum zu geben. Lilly ist das erste Sternenkind, dessen Name an der Gedenkstätte verewigt wurde.

Was sind Sternenkinder?

Der Begriff Sternenkinder bezeichnet Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Dazu gehören auch Kinder, die durch eine Fehlgeburt verloren wurden. Die Bezeichnung gibt dem frühen Verlust einen liebevollen Namen und drückt aus, dass diese Kinder einen bleibenden Platz in ihren Familien haben.

Symbolik und Gestaltung

Die Gestaltung der Gedenkstätte ist symbolträchtig: Ein Schmetterling steht für die früh verstorbenen Kinder, drei Platten verweisen auf die Dreifaltigkeit. Der Stein verkörpert das Element Erde, während Sterne mit Namen an die einzelnen Kinder erinnern. Schmetterlingssträucher geben zugleich dem Leben Platz. So verbindet die Gedenkstätte Erinnerung und lebendige Natur – eingebettet in den Schlosspark.

Bei der Eröffnung wurde gefragt, warum dieser Ort im Schlosspark und nicht auf einem Friedhof entstanden ist. Die Gegenfrage „Auf welchem Friedhof hätte die Gedenkstätte errichtet werden sollen?“ macht den Gedanken dahinter deutlich: Sie soll allen Menschen offenstehen, unabhängig von Konfession, politischer Orientierung oder kulturellem Hintergrund.

Ein Ort für alle Angehörigen

Hier darf erinnert werden. Hier darf Trauer sein. Eltern, Großeltern, Geschwister und andere Angehörige können innehalten und sich ihren verstorbenen Kindern verbunden fühlen. Zugleich kann die Gedenkstätte ein Ort der Begegnung sein, der das Gefühl vermittelt: Wir sind nicht allein.

Wie man einen Stern widmen kann

Wer seinem Sternenkind einen Stern persönlich widmen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Eine silberne, runde Platte mit einem Durchmesser von drei Zentimetern kann selbst besorgt, mit dem Namen versehen und auf einem Stern angebracht werden. Wer Unterstützung wünscht, kann sich an Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Gemeinde Rechnitz wenden und die Personalisierung über die Gemeinde veranlassen.

Auch ohne Namensplättchen steht die Gedenkstätte allen offen. Die Sterne ohne Plättchen sind keinem bestimmten Kind gewidmet und dürfen für das eigene Sternenkind stehen. Ein Name muss nicht sichtbar angebracht sein, damit die Erinnerung ihren Platz findet.

Mit der Sternenkindgedenkstätte ist im Rechnitzer Schlosspark ein besonderer Ort entstanden: ein Ort für die Liebe, die bleibt, für die Trauer, die sein darf, und für das gemeinsame Erinnern – mitten im Leben. Bei der Eröffnung segneten zwei Vertreterinnen und Vertreter der Kirche die Gedenkstätte feierlich.

Priester und Ordensfrau bei Gedenkzeremonie mit Denkmal im Park
© rechnitz.at

Quelle: https://www.rechnitz.at/de/buergerservice/aktuelles/detail/sternenkindgedenkstaette-im-rechnitzer-schlosspark-eroeffnet

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