Geflüchtetes Paar aus Ukraine lebt nun im Burgenland

Mathias FischerMathias Fischer
Paare halten sich an den kleinen Fingern, Mann mit Jeans und Frau mit Kleid
© Michael Obstoj / Pexels (Symbolbild)

Anastasiia und Alex Kuts flohen vor mehr als viereinhalb Jahren aus der umkämpften Stadt Saporischja ins Burgenland. Ihre beiden Söhne haben sich mittlerweile gut eingelebt, so der ORF.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren haben Anastasiia Kuts und ihr Ehemann Alex ihre Heimat verlassen. Die Familie lebt seither im Burgenland. „Wir waren in unserer Heimatstadt Saporischja. Um 5.00 Uhr früh war es sehr laut und haben nicht verstanden, was passiert“, schildert Anastasiia Kuts die Ereignisse.

Flucht im Zug – schwanger und mit Kind

Die damals schwangere Anastasiia machte sich zunächst ohne ihren Mann auf den Weg nach Österreich. Gemeinsam mit ihrem Sohn Makar saß sie mehr als 24 Stunden im Zug Richtung Westen. In einem Abteil für vier Personen drängten sich damals sechzehn Menschen. „Das war viel Stress für meinen Sohn, weil er nicht gewusst hat, warum wir wegfahren“, erinnert sich Kuts.

Später folgten Alex und die Eltern des Paares ins Burgenland. Der Rest der Familie blieb in der stark umkämpften Stadt Saporischja zurück. „Unsere Familie ist dort geblieben. Aber sie haben dort jetzt kein Licht, kein Wasser und keinen Strom. Dabei ist es jetzt aber sehr kalt“, berichtet Anastasiia.

Neue Wurzeln in Oslip

In Oslip haben die 30-jährige Anastasiia und der 32-jährige Alex inzwischen Fuß gefasst. Besonders die beiden Kinder, Makar und Martin, haben sich eingelebt. „Makar spielt bei der U11 Fußball, er spielt in der Tamburica und hat die burgenländisch-kroatische Sprache gelernt“, erzählt Vater Alex.

Trotz der Sicherheit im Burgenland bleibt die Sorge um die Heimat. Alex zeigt sich wenig optimistisch: „Ich denke nicht, dass der Krieg in einem oder zwei Jahren beendet sein wird. Die Situation ist sehr schwer.“

Caritas leistet Hilfe vor Ort

Andreas Knapp, Vorstand von „Nachbar in Not“ und Generalsekretär für Internationale Programme bei der Caritas, war zu Gast im „Burgenland heute“-Studiogespräch. Er warnte vor schweren Monaten für die Bevölkerung in der Ukraine angesichts des nahenden Winters.

„Es hat im letzten Februar bis zu -20 Grad bekommen. Was extrem schwierig ist: Aufgrund der Angriffe wird sehr viel Energieinfrastruktur zerstört. Auch wenn da relativ rasch wieder was repariert wird, kann man es nie mehr so herrichten, dass wieder praktisch die alte Energieleistung geliefert wird“, erklärte Knapp.

Die Caritas liefert nicht nur Sachspenden in die Ukraine, sondern bietet auch psychologische Unterstützung für Kinder an. „Weil die sind natürlich durch den Krieg massiv traumatisiert. Und da organisieren wir eine Nachmittagsbetreuung in Schulen, in der sie professionell unterstützt werden in ihrer spielerischen Traumabewältigung“, so Knapp.

Quelle: https://burgenland.orf.at/stories/3378354/

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